Bildungssenatorin Dinges-Dierig stellt Zeitplan und Eckpunkte zur Einführung des Zwei-Säulen-Modells in Hamburg vor

Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig hat heute im Senat über den Stand der Vorbereitungen zur Einführung des Zwei-Säulen-Modells aus Stadtteilschule und Gymnasium berichtet. Die Behörde für Bildung und Sport (BBS) entspricht damit dem bürgerschaftlichen Ersuchen, die insgesamt 184 Empfehlungen der Enquete-Kommission zur Entwicklung der Bildung in Hamburg schrittweise umzusetzen (Drucksache 18/6026). Kern der Empfehlungen ist die zum 01.08.2009 anzustrebende Einführung einer neuen, zweigliedrigen Schulstruktur: Gymnasien auf der einen Seite, Stadtteilschulen, die aus Haupt-, Real- und Gesamtschulen (integrierte wie kooperative) sowie beruflichen und Aufbau-Gymnasien entstehen auf der anderen Seite.

15.01.2008 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)

Seit dem Spätsommer 2007 arbeitet in der Behörde ein Planungsstab zur Koordination und Steuerung der entsprechenden Aufgaben. Erste Zwischenergebnisse zur Ausgestaltung des Modells der Stadtteilschule sowie konkrete Vorschläge zum Ablauf einer mehrmonatigen Phase breiter regionaler Beteiligung liegen jetzt vor. Ein 17 Punkte umfassendes Grundlagen-Papier (s. Anlage in der rechten Spalte) beschreibt die Ziele, Aufgaben und Struktur der Stadtteilschule. Die BBS bietet darüber hinaus an, Referenten aus der Behörde zu diesem Thema in die betroffenen Schulen zu entsenden. Eine dazu erstellte Power-Point-Präsentation sowie ein breites Informations-Angebot im Internet (unter www.bbs.hamburg.de) und auf der heute stattfindenden Schul-Info-Messe der Behörde im Einkaufszentrum Hamburger Str. bieten weitere Antworten auf die Fragen zum Zwei-Säulen-Modell.

Nächste Schritte und Zeitplan:

Die Enquetekommission der Bürgerschaft hat angesichts drastisch sinkender Anmeldezahlen bei Haupt- und Realschulen in den vergangenen Jahren (1995 noch 26,7, im Jahre 2007 nur 14,7 %) und einer großen Zahl von "Risikoschülern" vor allem in der Hauptschule dringenden Handlungsbedarf bei der Neustrukturierung der weiterführenden Schullandschaft in Hamburg ausgemacht. Obwohl die zahlreichen Maßnahmen zur Stärkung der Bildungschancen von Hauptschülerinnen und Hauptschülern erste positive Wirkungen entfalten – etwa in der 2007 mit 10,3 Prozent niedrigsten Schulabbrecherquote ohne Hauptschulabschluss seit 11 Jahren – besteht dieser Handlungsdruck fort. Ebenso gilt es, die inhaltlichen Reformen der vergangenen Jahre fortzuführen, von der Verdoppelung der Ganztagsschulen bis zur Unterrichtsentwicklung mit dem Ziel bestmöglicher Förderung der Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern. Die Enquetekommission hat mit der Einführung einer neuen Schulstruktur zum 1.8.2009 aus guten Gründen ein anspruchsvolles Ziel beschlossen. Vor diesem Hintergrund brauchen die Eltern bei der Anmelderunde für das Schuljahr 2009/10 schon im November 2008 Sicherheit und Orientierung. Gleichzeitig erwarten die Schulen konkrete Perspektiven für die Gestaltung ihrer Arbeit mit den ihr anvertrauten Schülerinnen und Schülern. Aus pädagogischen und organisatorischen Gründen kann die Arbeit an den Haupt- und Realschulen nicht bis 2012 im bisherigen Rahmen fortgeführt werden. Bereits seit geraumer Zeit werden Schulen, Eltern, Bürgerinnen und Bürger regelmäßig über den Fortgang der Planungen informiert, etwa durch

Informations- und Austauschrunden mit Schulleitungen seit dem Sommer 2007,

  • die Broschüre "Den richtigen Weg wählen" mit konkreten Hinweisen auf zukünftige Ausgestaltung der Stadtteilschulen,
  • die Power Point Präsentation für Kommunikation der Schulen mit den Eltern der Viertklässler,
  • die heutige Info-Messe im EKZ Hamburger Straße,
  • das Angebot an die Schulen, durch BBS-Referenten über den Stand der Planung informiert zu werden

Der von der Enquete-Kommission der Bürgerschaft gewünschte, breit angelegte regionale Beteiligungsprozess zur Einführung der Stadtteilschulen gliedert sich in 2008 in drei Phasen:

  • Die Vorbereitungsphase bis Anfang März mit folgenden Inhalten: Entwicklung eines Referenzrahmens zur Analyse regionaler Lösungen; Dialog mit den Schulleitungen über den Stand der Planungen durch Referenten und Schulaufsicht der BBS; Vorabklärung denkbarer Zusammenschlüsse durch die Schulleitungen der Regionen. Hierzu wird es eine Kick-off Veranstaltung in 1. Märzwoche geben.
  • Die Sondierungsrunden von März bis Ende April: Übermittlung notwendiger Daten an die Schulen; moderierter Dialog der Beteiligten; Erarbeitung einer Diskussionsgrundlage und Übersendung an die Teilnehmer regionaler Bildungskonferenzen durch die BBS.
  • Die regionalen Bildungskonferenzen vom April bis zum Sommer: Diskussion mit Bezirken und außerschulischen Partnern; Rückmeldung der Ergebnisse.

Nach Abschluss der regionalen Phase wird die BBS entscheiden, ob die nach dem Beschluss von Enquete-Kommission und Bürgerschaft anzustrebende" und Bürgerschaft Zeitvorgabe zur Einführung zum 1.8.2009 realistisch erfüllt werden kann oder ob eine Anpassung des Zeitplans notwendig ist. Unabhängig von diesem Prozess wird auch an der Weiterentwicklung der Gymnasien intensiv gearbeitet, hier insbesondere an der Vorbereitung der Einführung der neuen gymnasialen Oberstufe und der Verbesserung der Rhythmisierung des Unterrichtstages.


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