BLBS warnt: Lehrstellenmangel führt zum Facharbeitermangel

"Der Facharbeitermangel bewirkt, dass sich die Konjunktur in Deutschland nicht weiterentwickeln kann", so Berthold Gehlert, Bundesvorsitzender des Bundesverbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS). "Das ist sicher darauf zurückzuführen, dass jahrelang nicht oder viel zu wenig ausgebildet wurde, die Wirtschaft zu wenig Lehrstellen zur Verfügung gestellt hat", so Gehlert weiter.

22.10.2007 Pressemeldung Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen e.V. (BLBS)

"Ein Trend, diese Misere abzubauen ist zwar erkennbar, das Problem ist aber noch nicht grundlegend gelöst!" Der BLBS begrüßt, dass sich die Anzahl der noch nicht vermittelten Jugendlichen in diesem Jahr verringert hat. So standen den 516 400 gemeldeten Lehrstellen 734 300 gemeldete Bewerber gegenüber. Da 29 100 Jugendliche noch suchen, 18 400 Ausbildungsplätze aber noch nicht besetzt sind, ergibt sich gegenwärtig eine "rechnerische Lücke" von 10 700 Jugendlichen, denen keine Lehrstelle angeboten werden kann. Dies wiederum bedauert der BLBS ausdrücklich, da die Anzahl dieser Jugendlichen immer noch zu hoch ist. "Besonders ärgerlich ist", so Gehlert weiter, "dass nach Erkenntnissen der Deutschen Presseagentur (dpa) der Anteil der Altbewerber von 51 auf 54 Prozent gestiegen ist. Damit ist der Anteil derer, denen eine berufliche Perspektive verweigert wird, bei weitem zu groß." Den Jugendlichen wird damit ihre Chance genommen, gebraucht zu werden und sich aktiv in den Arbeitsmarkt einzubringen. Daraus ist deutlich zu erkennen, dass das Übergangsmanagement nicht den Erfolg hat, den man sich erhofft hat. Im Gegenteil, die Anzahl der Jugendlichen, die nicht oder nur unzureichend auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden, ist gestiegen.

"Der BLBS hat schon seit Jahren darauf hingewiesen" so Gehlert, "dass die beruflichen Schulen hervorragend in der Lage sind, sich regulierend einzubringen. Die gut ausgebildeten Berufspädagogen sind sicher besser in der Lage, praxis- und zielorientiert mit den Jugendlichen zu arbeiten, als dies im Maßnahmegestrüpp häufig anzutreffen ist." Die Berufsfachschulen bieten eine ausgezeichnete Alternative zur Lösung des Problems. Sie führen in vollzeitschulischer Form zu einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Nach dem Berufsbildungsreformgesetz kann die Ausbildung mit einer Kammerprüfung (Facharbeiter- oder Gesellenprüfung) beendet werden. Damit erhalten die Jugendlichen eine sinnvolle Perspektive für ihre Zukunft. "Die Berufsfachschulen stellen angesichts des Fachkräftemangels und der schwindenden Arbeitsmarktchancen für Ungelernte eine sinnvolle und effektive Gegenmaßnahme dar," so Berthold Gehlert und wies damit auf den Beschluss der Kultusminister hin. Diese hatten bei ihrer letzten Plenarsitzung Gegenmaßnahmen gefordert, um die Anzahl der Ausbildungsabbrecher und Schüler ohne Schulabschluss zu reduzieren. Sonst sei mit Konsequenzen für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu rechnen. Der BLBS unterstützt diesen Beschluss ausdrücklich. Gehlert forderte daher: "Zur Stützung des dualen Systems bieten sich die Berufsfachschulen an. Dafür sind aber die Kultusminister in den Ländern zuständig. Diese müssten also ihren Beschlüssen nur Taten folgen lassen. Dann könnten die Jugendlichen eine vollwertige Ausbildung erhalten und damit den Facharbeitermangel in Deutschland mindern!"


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