Brandenburg ist auf dem richtigen Weg

Bildungsminister Holger Rupprecht äußert sich zufrieden mit der Leistungssteigerung brandenburgischer Grundschülerinnen und -schüler bei der heute in Berlin präsentierten Länderauswertung der Grundschuluntersuchung IGLU-E 2006. "Unsere Grundschüler sind besser geworden", so Bildungsminister Rupprecht. "Damit konnten die brandenburgischen Schülerinnen und Schüler zum zweiten Mal – nach PISA – deutliche Leistungszuwächse verzeichnen." Die Ergebnisse des Ländervergleichs für PISA waren Mitte November veröffentlicht worden.

09.12.2008 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Bei IGLU konnten sich Brandenburgs Grundschüler im Bereich Lesen und Textverständnis um insgesamt 13 auf 540 Punkte steigern und liegen mit diesen Leistungen erstmals oberhalb des OECD-Durchschnitts. "Entscheidend bei dem Erfolg ist nicht unser Platz im Ländervergleich, sondern dass wir es geschafft haben, uns im Vergleich zur Untersuchung im Jahr 2001 erheblich zu verbessern", freute sich Minister Rupprecht. Nur Bayern und Bremen konnten noch mehr Punkte zulegen. "Das belegt zum einen, dass wir uns mit den seit PISA 2000 und IGLU 2001 getroffenen bildungspolitischen Entscheidungen im Land Brandenburg auf dem richtigen Weg befinden, und zeigt zum anderen auch die hohe Motivation unserer Grundschulehrkräfte, ohne die diese Leistungssteigerung unserer Schülerinnen und Schüler nicht möglich gewesen wäre."

Aber die jüngsten IGLU-Ergebnisse würden auch zeigen, wo Brandenburg noch Handlungsbedarf hat, erklärte der Bildungsminister. Sorge bereite ihm, so Holger Rupprecht, dass nach wie vor zu wenig in der Freizeit gelesen werde. Rund 21 Prozent der befragten Kinder hätten bei IGLU angegeben, dass sie außerhalb der Schule nie oder fast nie zum Vergnügen lesen würden. Die Studie zeige auch, dass die Leseförderung durch das Elternhaus in Brandenburg nicht ausreichend sei, erklärte der Minister. "Das muss sich ändern – Elternhäuser und Schulen müssen die Kinder wieder mehr zum Lesen motivieren."

Auch wenn die IGLU-Ergebnisse kein Anlass für Euphorie seien, würden sie dennoch Mut machen, bilanzierte der Bildungsminister. "Die Schülerleistungen des Landes haben sich seit der ersten PISA-Studie im Jahr 2000 und seit der ersten IGLU-Studie im Jahr 2001 trotz schwieriger demografischer, wirtschaftlicher und finanzieller Rahmenbedingungen kontinuierlich und deutlich verbessert." Jetzt gehe es darum, sich den weiteren bildungspolitischen Herausforderungen zu stellen, so Rupprecht. "Dazu gehört, alle Schulen im Land weiterhin zu stärken, und dazu gehört auch, gleiche Bildungschancen für alle zu sichern."

Hintergrund zu IGLU-E 2006:

Die Tests für die Länderauswertung von IGLU (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) fanden im Frühjahr 2006 statt. In Brandenburg beteiligten sich rund 450 Viertklässler aus insgesamt 25 Grundschulen an der Schuluntersuchung. Die Schülerinnen und Schüler hatten insgesamt 80 Minuten Zeit, die Aufgaben in den Bereichen Lesen und Textverständnis zu bewältigen. Bereits 2001 hatte es Länderauswertungen von IGLU zum Bereich Lesen gegeben. Damals hatten sich jedoch nur sieben der 16 Bundesländer daran beteiligt.

Hintergrund zu Maßnahmen des Bildungsministeriums:

Das brandenburgische Bildungsministerium hat seit PISA 2000 und IGLU 2001 zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Qualität in brandenburgischen Schulen zu verbessern. Dazu zählen u.a.

  • Maßnahmen zur Verbesserung der frühkindlichen Förderung (Verbesserung der Bildungsarbeit in Kindertagesstätten mit den "Grundsätzen elementarer Bildung", Früherkennung von Entwicklungsbeeinträchtigungen mit den "Grenzsteinen der Entwicklung", Förderung sprachauffälliger Kinder im letzten Kitajahr),
  • Maßnahmen zum Ausbau von schulischen und außerschulischen Ganztagsangeboten mit dem Ziel erweiterter Förder- und Bildungsmöglichkeiten, insbesondere für Schülerinnen und Schüler mit Bildungsdefiziten und besonderen Begabungen,
  • Maßnahmen zur besseren Verzahnung von vorschulischem Bereich und Grundschule, unter anderem mit dem Ziel der frühzeitigeren Einschulung und der differenzierteren individuellen Förderung (Flexible Eingangsphase),
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Lesekompetenz und des grundlegenden Verständnisses mathematischer und naturwissenschaftlicher Zusammenhänge (Leistungs- und Neigungsdifferenzierung in den Jahrgangsstufen 5 und 6 durch Teilungsstunden, neue Grundschulrahmenlehrpläne),
  • Maßnahmen zur wirksameren differenzierten Förderung von bildungsbenachteiligten Kindern und Jugendlichen sowie von Begabten (Initiative Oberschule, Feriencamps, Leistungs- und Begabungsklassen) sowie
  • Maßnahmen zur Weiterentwicklung und Sicherung der Qualität von Unterricht und Schule auf der Grundlage verbindlicher Standards sowie ergebnisorientierter Evaluation (neue Rahmenlehrpläne für die Sekundarstufe I sowie die Sekundarstufe II, zentrale Lernstandstests in der Primarstufe, Vergleichsarbeiten in der Sekundarstufe I, landesweite Prüfungen am Ende der Jahrgangsstufe 10, zentrale Abiturprüfungen, Schulvisitation als externe Evaluation von Schulen).

Hintergrund zu PISA-E 2006:

Die brandenburgischen Schülerinnen und Schüler konnten sich bei der Länderauswertung der Schulleistungsuntersuchung PISA-E 2006 in allen drei zentralen Kompetenzbereichen deutlich steigern und die Leistungsdifferenz zu den PISA-Siegern deutlich verringern:

  • Im Kompetenzbereich "Naturwissenschaften" legten die Jugendlichen um insgesamt 28 auf 514 Punkte zu.
  • Im Kompetenzbereich "Mathematik" verbesserten sich die brandenburgischen PISA-Teilnehmer von 492 auf 500 Punkte.
  • Im Kompetenzbereich "Lesen" steigerten sich die Schülerinnen und Schüler von 478 auf 486 Punkte.

Die Tests für PISA-E (Programme für International Student Assessment) fanden im Frühjahr 2006 statt. In Brandenburg beteiligten sich mehr als 2.500 15-Jährige sowie Neuntklässler aus insgesamt 73 Schulen an der PISA-Länderstudie. Die Schülerinnen und Schüler hatten 120 Minuten Zeit, die Aufgaben in den drei Leistungsbereichen Lesekompetenz, mathematische sowie naturwissenschaftliche Kompetenz zu bewältigen. Bereits 2000 und 2003 hatte es PISA-Länderauswertungen gegeben.


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