Brandenburgische Projekte im Bundeswettbewerb "Demokratisch Handeln" geehrt

Fünf brandenburgische Projekte sind Sieger im Bundeswettbewerb "Förderpro­gramm Demokratisch Handeln" und nehmen vom 17. bis 20. Juni 2009 an der "Lernstatt Demokratie" im thüringischen Jena teil. Damit nehme das Land Brandenburg wieder einen der vorderen Plätze ein, so Bildungsminister Holger Rupprecht. "Die engagierten Schüler-Projekte zeigen, wie Demokratie funktionieren kann und welche Möglichkeiten für demokratisches Handeln bestehen - das ist gerade im 20. Jahr der Friedlichen Revolution eine wichtige Botschaft."

16.06.2009 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Auch Dr. Jan Hofmann, Direktor des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM), lobt die Schülerbeiträge. " Die Wettbewerbsbeiträge aus Brandenburg zeigen, dass demokratische Prozesse in Schulen Bestandteil einer sich ständig entwickelnden Schulkultur sind und über die Schule hinaus auch im Gemeinwesen, etwa durch das bürgerschaftliche Engagement der Kinder und Jugendlichen in den Kommunen ihre Wirkung zeigen. Schule ist und bleibt ein wichtiger Lernort für Wissen, Haltung und Handeln in einer lebendigen Demokratie."

Von den Siegerprojekten werden je zwei Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrkraft zur "Lernstatt Demokratie 2009" fahren. Hier haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch ihre Arbeit in verschiedenen Projektgruppen die Möglichkeit, durch Begegnungen mit anderen Projekten neue Impulse für ihr weiteres Engagement zu erhalten. Die "Lernstatt Demokratie 2009" findet in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in den Räumen der Imaginata in Jena statt. Dort wird den Teilnehmenden ein vielseitiges Programm geboten.

Weitere Informationen zum Wettbewerb und zur neuen Ausschreibungsrunde sowie zur "Lernstatt Demokratie" und zu den Best-Practice-Projekten sind im Internet unter www.demokratisch-handeln.de zu finden.

Die Preisträger-Schulen:

"Schule auf der Suche nach sich selbst"

Monika Nebel, Meusebach-Grundschule, Hauffstraße 33, 14548 Schwielowsee (Landkreis Potsdam-Mittelmark)
Über zehn Jahre hinweg war die Frage des Schulnamens immer wieder ein Thema in der Schule. Ein Artikel des Lehrerkollegiums in der Regionalzeitung im Sommer 2006 gab schließlich den Startschuss für ein großes Schulprojekt zur Namensgebung. In allen Klassenstufen wurde kindgemäß und unter Einbeziehung aller Schülerinnen und Schüler aktiv an der Namensfindung gearbeitet.

"Spurensuche - Arbeit für den Frieden"

Gisela Siebert, Nordend-Schule, Lärchenweg 8, 16225 Eberswalde (Landkreis Barnim)
Wie erging es den Menschen in Eberswalde, als ihre Stadt im April 1945 direkt vom Krieg betroffen wurde und woran erinnern sich die Angehörigen der Soldaten? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b.

"Kreis OHNE Rassismus - Kreis MIT Courage"

Johannes Pogoda, Kreisschülerrat Oberhavel, Richard-Wagner-Straße 36, 16515 Oranienburg (Landkreis Oberhavel)
Nach zwei rassistischen Übergriffen im Landkreis Oberhavel entschieden sich Schülerinnen und Schüler des Kreisrates, einen Aktionstag mit mehreren Schulen durchzuführen, um Jugendliche so zu mehr Zivilcourage und verantwortungsbewussteren Handeln aufzurufen.

"Israel und Ich"

Ines Dawid, Grundschule Borgsdorf, Bahnhofstraße 33, 16556 Borgsdorf (Landkreis Oberhavel)
Schülerinnen und Schüler der Grundschule Borgsdorf beschäftigten sich in einer Projektwoche intensiv mit jüdischem Leben und der Geschichte Israels. Höhepunkt war der Besuch einer jüdischen Grundschule in Berlin mit einem gemeinsamen Fußballturnier.

"Jüdischer Friedhof Templin"

Holger Losch, Gymnasium Templin, Feldstraße 1, 17268 Templin (Landkreis Uckermark)
Schülerinnen und Schüler widmeten sich über mehrere Schuljahre der Neugestaltung und Instandsetzung des örtlichen Jüdischen Friedhofes. Sie erarbeiteten Konzepte, warben Fördermittel ein, überzeugten den kommunalen Kultur- und Bauausschuss und unterstützen die praktische Umsetzung ihrer Pläne vor Ort.

Zudem hat die Jury 35 weiteren Projekten eine besondere Anerkennung ausgesprochen, darunter vier Projektgruppen aus dem Land Brandenburg:

"Ahrensdorfer Hachschara"

Elfi von Haber, Friedrich-Gymnasium, Parkstraße 59, 14943 Luckenwalde (Landkreis Teltow-Fläming)
Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Gymnasiums beschäftigten sich mit dem Landwerk Ahrensdorf und übersetzen eine Broschüre zu dieser jüdischen Hachschara-Stätte ins Englische.

"Entwicklung eines Versprechens an die Schulgemeinschaft"

B. Mönnig, Hans-Klakow-Oberschule, Schulplatz 5, 14656 Brieselang (Landkreis Havelland)
An die Stelle einer wirkungslosen Hausordnung stellte die Schulgemeinschaft in einem partizipativ und demokratisch gestalteten Verfahren ein "Versprechen an die Schulgemeinschaft" als Regelwerk für ein wirksames und Bindung entfaltendes Gerüst kultivierten Umgangs im Schulalltag vor.

"F - wie Freiheit"

Hanswalter Werner, von-Saldern-Gymnasium, Franz-Ziegler-Straße 29, 14776 Brandenburg/Havel
Schülerinnen und Schüler erstellten im Rahmen des Geschichtsunterrichtes einen Film über die letzten Lebensjahre Edeltraud Eckerts, die zu DDR-Zeiten verhaftet und während ihrer Zeit im Gefängnis ums Leben kam. Der Film zeigte u.a. Zeitzeugenberichte sowie die Gefängnisse Hoheneck bei Stollberg (Erzgebirge) und Waldheim und es wurden Gedichte von Edeltraut Eckert, die sie während ihrer Gefangenschaft verfasste, vorgetragen.

"Domizil Wandlitzsee"

Sina Babian, Gymnasium Wandlitz (E-Team), Prenzlauer Chaussee 130, 16348 Wandlitz (Landkreis Barnim)
Sieben Schülerinnen und Schüler arbeiteten gemeinsam mit der Firma Dolce Domizil GmbH & Co. KG am Projekt "Domizil Wandlitzsee", das den Bau einer altersgerechten Wohnanlage in Wandlitz plant. Die Jugendlichen ermittelten die Bedürfnisse älterer Mitbürger mit Hilfe eines selbstständig erarbeiteten Fragebogens und erarbeiteten eine Handreichung über örtliche Dienstleistungsanbieter.


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