Digitale Bildung

Bundesbildungsministerin Wanka lässt Schulen im Mittelalter sitzen

Im Oktober kündigte die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) stolz an: „Ich möchte die Schulen in Deutschland fit für die digitale Welt machen.“ Doch was bis jetzt, nahezu ein Jahr später, aus dieser Versprechung wurde, enttäuscht.

11.08.2017 Rheinland-Pfalz Pressemeldung LandesschülerInnenvertretung, LSV RLP
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Nachdem schon für den 1. Juni eine Pressekonferenz vereinbart worden war, in der die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen Bund und Ländern vorgestellt hätten werden sollen, kam weder Bundesbildungsministerin Wanka noch eine*r ihre*r Staatssekretär*innen zu dem Termin. Johanna Wanka bezeichnete dann im Nachhinein die von den Kultusminister*innen der Länder bekanntgegebenen Eckpunkte als vorläufig.

Da sich Wanka auch im Folgenden nicht mehr dazu äußerte, folgern viele Politiker*innen, sie hätte die versprochenen fünf Milliarden Euro gar nicht. 

Aus dem am 15. März beschlossenen Eckwerte-Beschluss schlussfolgert Swen Schulz (SPD), Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gebe „Wanka kein Geld für Digitalisierung der Schulen“. Im Gegenteil: Er plane, im Jahr 2018 steigende Ausgaben für das Militär und weniger Geld für Bildung und Forschung auszugeben. 

Das kann nicht sein!

Betrachtet man die strukturelle Verankerung von Informations- und Kommunikationstechnik im deutschen Bildungswesen im europaweiten Vergleich, bewegt sich Deutschland lediglich im Mittelfeld (Eurydice, 2011). Und das, obwohl Deutschland (Stand 2015) das höchste Bruttoinlandsprodukt unter den Mitgliedsstaaten hat.

Als „unzumutbar“ kommentiert Kevin Ulrich, Landesvorstandsmitglied der Landes-schülerInnenvertretung Rheinland-Pfalz, diese Fakten. Trotz dieser Missstände plant die Politik immer mehr Ausgaben, die nicht in die Verbesserung der deutschen Bildungsstandards fließen. So fordert zum Beispiel Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die Militärausgaben Deutschlands nahezu zu verdoppeln. Dadurch würde Deutschland zwar führende Militärmacht Europas, bliebe in Bezug auf die Digitalisierung an Schulen aber mittelmäßig. 

Das wollen wir Schüler*innen uns nicht gefallen lassen! 

Deutschland muss viel stärker in sein Bildungswesen investieren, um wirtschaftlich und kulturell weiterhin stark zu bleiben und seine Jugend auf die globalisierte, moderne Welt vorzubereiten. Dies passiert zurzeit, wie man anhand von obigen Fakten schnell erkennt, leider nicht. Die Gesellschaft hat ein Interesse an einer fachgerechten Ausbildung an deutschen Schulen und sonstigen Bildungsstätten. Dem muss sich die Politik sehr viel stärker bewusst werden. Wir, die LandesschülerInnenvertretung Rheinland-Pfalz, fordern von der Bundesregierung, die Investitionen in die Bildung zu intensivieren statt aufzurüsten.

Denn Bildung sichert Zukunft, nicht Panzer!


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