Schulübertritt

Das Gymnasium ist keine Ausleseanstalt

Am 02.05. erhalten die bayerischen Viertklässlerinnen und Viertklässler ihre Übertrittszeugnisse. Aus Sicht des Bayerischen Philologenverbands (bpv), der Berufsvertretung der Lehrkräfte an Gymnasien, ist die Empfehlung der Grundschullehrkräfte dabei die wichtigste Entscheidungshilfe.

27.04.2018 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)
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Michael Schwägerl, Vorsitzender des bpv, erläutert: „Gerade die Grundschullehrkräfte sind in besonderer Weise prädestiniert, eine fundierte Prognose über die individuell passende Schullaufbahn eines jeden Kindes abzugeben. Daher ist das in Bayern praktizierte Verfahren aus unserer Sicht sehr prognosesicher und auch sozial gerechter. Es ermöglicht insbesondere Kindern aus bildungsfernen Familien eine geeignete weiterführende Schulart zu besuchen. Das sieht übrigens auch eine große Mehrheit der Eltern so.“

Schulen sind keine „Ausleseanstalten“

Schwägerl widerspricht zudem Aussagen, wonach an weiterführenden Schulen ein „Zwang zur Auslese“ seitens der Lehrkräfte bestehe: „Sinn und Ziel des Gymnasiums ist nicht, Schüler ‚auszusieben‘. Die Kolleginnen und Kollegen an den Schulen arbeiten vielmehr intensiv und auch individuell abgestimmt mit den Kindern an der Entwicklung ihres Wissens, ihrer Kompetenzen und ihrer Persönlichkeit. Es ist aus unserer Sicht mehr als kontraproduktiv, in diesem Zusammenhang Begriffe wie ‚Auslese‘, ‚Aussieben‘ oder ‚Grundschulabitur‘ zu verwenden. Solch eine Rhetorik verschärft den Druck, der auf die Kinder in der vierten Klasse wirkt. Und ich stelle klar: Dieser Druck kommt sicher nicht von den Gymnasiallehrkräften.“

Der Verbandsvorsitzende kann auch nicht erkennen, dass Heranwachsende an den weiterführenden Schulen einem permanenten und krankmachenden Druck ausgeliefert sind: „Der Großteil unserer Schüler geht gerne zur Schule, von einem Dauerdruck kann hier nicht die Rede sein. Es ist vielmehr so, dass Kinder und Jugendliche ihre Leistungen zeigen möchten und stolz sind, wenn das Ergebnis positiv ausfällt. Zudem existieren genügend Beratungsinstrumente, wenn sich zeigt, dass eine andere Schulart für das Kind besser geeignet wäre.“


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