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Deutscher Schulpreis 2014 für Städtische Anne-Frank-Realschule in München

(red/pm). - Die Städtische Anne-Frank-Realschule in München (BY) gewinnt den mit 100.000 Euro dotierten Deutschen Schulpreis 2014. Die Auszeichnung überreichte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier heute in der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin. Vier weitere Preise in Höhe von je 25.000 Euro erhalten die Erich-Kästner-Schule in Hamburg (HH), die Römerstadt- schule in Frankfurt am Main (HE), das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Lü- denscheid (NW) und das Regionale Berufsbildungszentrum Wirtschaft in Kiel (SH). Der ebenfalls mit 25.000 Euro dotierte "Preis der Jury" geht an die SchlaU-Schule/ Schulanaloger Unterricht für Flüchtlinge in München (BY).

06.06.2014 Artikel
  • © deutscher-schulpreis.de

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier: "Wenn wir über die Zukunft unseres Landes reden, und wenn wir möchten, dass Deutschland in der Welt wettbewerbsfähig bleibt, dann können wir es uns nicht erlauben, kluge Köpfe unentdeckt zu lassen. Jeder, der das Zeug hat, muss unabhängig von Her- kunft und Geschlecht die Chance haben, seinen Weg zu gehen und jeder hat, wenn es sein muss, auch mehr als nur eine Chance verdient. Für all das ste- hen die für den Deutschen Schulpreis nominierten Schulen."

Der Hauptpreis geht in diesem Jahr erstmalig an eine Realschule in Bayern. Die Städtische Anne-Frank-Realschule in München ist eine Mädchenschule mit naturwissenschaftlichem Profil. Mit ihrer Arbeit leistet die Schule einen wichtigen Beitrag dazu, Mädchen für Mathematik, Informatik, Naturwissen- schaften und Technik zu begeistern und dem Fachkräftemangel in MINT- Berufen entgegenzuwirken. "Diese Schule verliert niemanden", lobt Professor Michael Schratz von der Universität Innsbruck, der Sprecher der Jury. "Alle Jugendlichen werden hier zu einem Abschluss geführt, über 60% haben nach der Mittleren Reife die Möglichkeit ihr Abitur zu machen", so Schratz. Außer- dem suchen die Lehrer nach passenden beruflichen Perspektiven für ihre Schülerinnen. So bekommen die Mädchen immer wieder die Chance, sich auch außerhalb der Klassenzimmer auszuprobieren, zum Beispiel während der Chemie- und Physik-Tage an der Ludwig-Maximilians-Universität. Ein wei- teres Erfolgsgeheimnis der Schule liegt in der Lernstruktur, die aus kleinen, stabilen Gruppen besteht. In sogenannten Lernhäusern werden mehrere Jahrgangsstufen in räumlich zusammenliegenden Klassenzimmern von einem festen Pädagogen-Team unterrichtet. Zweimal in der Woche arbeiten die Schü- lerinnen eigenverantwortlich und in altersgemischten Gruppen in sogenannten Lernbüros.

"Wir freuen uns, mit der Anne-Frank-Realschule eine Schule auszuzeichnen, die Mädchen für Mathematik, Naturwissenschaften und Technik begeistert", sagt Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. In den letzten 14 Jahren ist es der Schule gelungen, das Interesse der Mädchen an Naturwissenschaften kontinuierlich zu steigern. Inzwischen entscheidet sich die Hälfte aller Schülerinnen für ein naturwissenschaftliches Wahlpflichtfach und über ein Viertel beginnt nach dem Abschluss eine technische Ausbildung. Damit liegt die Städtische Realschule in München weit über dem Schnitt in Bayern. "Dass diese Fächer bei den Mädchen so beliebt sind, ist vor allem dem großen Engagement der Lehrer und der Schulleitung zu verdanken. Wie alle bisherigen Preisträger beweist die Anne-Frank-Realschule, dass Eigenini- tiative, Offenheit für Veränderungen und der nicht nachlassende Anspruch, noch besser zu werden, mindestens genauso wichtig sind, wie eine gute Aus- stattung mit Lehrpersonal und finanziellen Mitteln", so Hamm.

Die Robert Bosch Stiftung vergibt den Deutschen Schulpreis seit dem Jahr 2006 gemeinsam mit der Heidehof Stiftung. Medienpartner sind der stern und die ARD. Seit dem Start des Programms haben sich über 1.500 Schulen für den Preis beworben und sich dafür auf den Weg der Schulentwicklung ge- macht. Bei der Entscheidung über die Preisträger bewertet eine Fachjury aus Schulpraktikern, Wissenschaftlern sowie Vertretern des staatlichen und priva- ten Schulwesens sechs Qualitätsbereiche: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Un- terrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Instituti- on. Diese sechs Kriterien sind inzwischen als Kennzeichen für gute Schulqua- lität allgemein anerkannt.

Neben dem Wettbewerb hat sich der Deutsche Schulpreis zu einer Bewegung guter Schulen entwickelt. Die ausgezeichneten Schulen gehören nach dem Preisgewinn für fünf Jahre der Akademie des Deutschen Schulpreises an. In Workshops, Seminaren und Hospitationsprogrammen geben sie ihre Erfah- rungen und Ideen so an andere Schulen weiter. Allein im vergangenen Jahr haben mehr als 1.000 Vertreter von Schulen an den Veranstaltungen der Akademie teilgenommen.

www.deutscher-schulpreis.de


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