Baden-Württemberg

Die Schule beginnt: Schuljahr 2012/13 – Studie Lehrerbedarf

Will die baden-württembergische Landesregierung nur einen ganz kleinen Teil ihrer bildungspolitischen Reformvorhaben umsetzen, können bis 2016 nur wenige hundert Lehrerstellen gestrichen werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Essener Bildungswissenschaftlers Klaus Klemm, die heute (30.08.) von der Bildungsgewerkschaft GEW in Stuttgart vorgestellt wurde.

30.08.2012 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die GEW setzt sich dafür ein, dass im Doppelhaushalt 2013/14 keine Lehrerstellen gestrichen werden. "Das kommende Schuljahr wird zeigen, ob sich das grün-rote Versprechen ´Bessere Bildung für alle` in Luft auflöst oder kleine Reformschritte eingeleitet werden können. Wenn im Doppelhaushalt allerdings bis zu 3.500 Lehrerstellen gestrichen werden, empfehle ich der Landesregierung, gleich das ganze Kultusministerium mit einzusparen. Denn dann können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort nur noch den Mangel verwalten, statt mutig moderne Bildungspolitik zu gestalten", sagte am Donnerstag (30.08.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Klemm untersucht in seiner Studie zum Lehrerbedarf unter anderem, wie viele Lehrerstellen bis 2015/16 für den Aufbau von 300 Gemeinschaftsschulen und den Ausbau von gebundenen Ganztagsangeboten an 15 bis 20 Prozent der Schulen zusätzlich benötigt würden. Er prüft auch die Steigerung des Anteils von Schüler/innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Regelschulen (Inklusion), die Verstärkung der individuellen Förderung und die Erhöhung der Lehrerreserve auf 2,5 Prozent. Von der so genannten demografischen Rendite an öffentlichen allgemein bildenden Schulen von 6.138 Stellen müssten bis zum Schuljahr 2015/16 4.621 bis 5.312 Stellen in diese Reformen investiert werden. Dann könnte noch keine einzige der 3.100 Bugwellenstunden in Beruflichen Schulen und Gymnasien abgebaut werden.

"Die Landesregierung hat ´bessere Bildung für alle` versprochen und wird es mit Stellenstreichungen nicht einmal schaffen, den Status quo der schlechten Bildungspolitik von CDU und FDP zu halten", sagte Moritz.

Die GEW-Chefin warnte auch vor Sparmaßnahmen auf dem Rücken der Beschäftigten wie die erneute Kürzung der Eingangsbesoldung: "Die Landesregierung provoziert mit ihren Sparmaßnahmen genau die, die sie als Unterstützung für ihre Reformen braucht. Die GEW wird diese Politik nicht widerstandslos hinnehmen."

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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