Lehrkräftemangel

Die Schule beginnt: Zeit für mehr Zeit!

Die Bildungsgewerkschaft GEW erteilt der baden-württembergischen Landesregierung Hausaufgaben. Die größte bildungspolitische Interessenvertretung verlangt, Reformversprechen einzulösen und wirksame Maßnahmen gegen den Lehrermangel.

05.09.2018 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg
  • © www.pixabay.de

"Wir brauchen mehr Zeit für die Unterstützung des Lernens der Schülerinnen und Schüler, mehr Zeit für Lehrkräfte und Schulleitungen, um die ständig zunehmenden Aufgaben bewältigen zu können. Die Schulen warten ungeduldig auf die angekündigten Reformen wie das Konzept zur Stärkung für Schulleitungen. Es ist Zeit für mehr Zeit", sagte am Mittwoch in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). 

Die Maßnahmen gegen den Lehrermangel in Grundschulen und bei Sonderpädagog/innen seien nicht ausreichend, so die Bildungsgewerkschaft. Weitere zusätzliche Studienplätze seien notwendig. Die GEW schlägt als neue kurzfristige Maßnahmen vor, die Altersermäßigung zu erhöhen, damit mehr Lehrkräfte bis zur Altersgrenze arbeiten sowie die sonderpädagogische Weiterqualifizierung für Hauptschullehrkräfte attraktiver zu gestalten und auch für Grundschullehrer/innen zu öffnen.

Die GEW verlangt, dass solche Maßnahmen im Herbst in einem Nachtragshaushalt beschlossen werden und dabei auch die Lehrerreserve für die baden-württembergischen Schulen ausgebaut wird. "Die Steuereinnahmen sprudeln. Niemand versteht, warum angesichts des viel zu hohen Unterrichtsausfalls die Vertretungsreserve nicht schnell ausgebaut wird. In Schularten wie den Gymnasien, in denen kein Lehrermangel herrscht, könnte die Vertretungsreserve sofort erhöht werden", sagte Moritz. 

Die GEW-Chefin weist auf Engpässe in der Schulverwaltung im kommenden Schuljahr hin. "Vor 1,5 Jahren hat die Kultusministerin eine Umstrukturierung der Schulverwaltung und der Lehrerfortbildung angekündigt, um die Qualität in den Schulen verbessern zu können. Ein wirksames Qualitätskonzept ist aber nicht in Sicht, stattdessen werden punktuell Themen aktionistisch und konzeptlos bearbeitet. Stellen in der Schulverwaltung und der Lehrerausbildung werden derzeit nicht besetzt und wichtige Aufgaben können nicht kompetent bearbeitet werden. Neue Institute verbessern die Qualität in den Klassenzimmern nicht. Wir erwarten, dass die rund 2.000 von der Umstrukturierung betroffenen Personen umgehend informiert werden, welche Aufgaben sie in Zukunft erhalten und wie sie dafür qualifiziert werden", sagte Moritz.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden