Schulverpflegung

Ein warmes Mittagessen für jedes Kind

Berlin: Sandra Scheeres stellt Bundesratsinitiative zur Streichung des Eigenanteils vor. Immer wieder werden Kinder von finanzschwachen Familien vom Mittagessen in Schulen und Kitas ausgeschlossen, weil ihre Eltern den Eigenanteil von einem Euro pro Essen nicht zahlen können.

22.03.2018 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
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Berlin hat mit den Ländern Brandenburg, Bremen und Schleswig-Holstein eine Bundesratsinitiative zur Streichung des Eigenanteils für Mittagessen in Schulen und Kitas im Rahmen der Leistungen für Bildung und Teilhabe gestartet. Der Gesetzesantrag wird am Freitag, 23. März 2018, im Bundesrat vorgestellt. Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, wird ihn begründen.

Sandra Scheeres: „Ich möchte, dass jedes Kind ein warmes Mittagessen bekommt – egal ob es aus einer wohlhabenden oder armen Familie stammt. In Berlin wächst jedes dritte Kind in einer Familie auf, die Transferleistungen bezieht. Viele dieser Kinder erleben täglich aufs Neue, was es heißt, ausgeschlossen zu sein: Während die anderen Kinder in den Schulen und Kitas gemeinsam zu Mittag essen, dürfen sie nicht daran teilnehmen, weil ihre Familien kein Geld dafür haben. Das führt zu Ausgrenzung und Stigmatisierung. Beides dürfen wir nicht hinnehmen. Alle Kinder sollen sich gleichermaßen als Teil der Schul- oder Kita-Gemeinschaft fühlen.“

Eine ausgewogene Ernährung trage zur gesunden körperlichen, emotionalen und geistigen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen bei, betont die Senatorin. „Wer hungrig ist, lernt schlechter“. Studien wie die eben veröffentlichte Kiggs-Studie des Robert-Koch-Instituts belegen, dass  sich Armut negativ auf die Gesundheit auswirkt. So sind Kinder aus einkommensschwachen Familien häufiger übergewichtig, bewegen sich weniger und ihr allgemeiner Gesundheitszustand ist schlechter als bei Kindern mit höherem sozialen Status. In Kitas und Schulen bestehe die Chance, dieser sozialen Ungleichheit entgegenzuwirken.

Scheeres kritisiert auch, dass die Abrechnung des Eigenanteils zu einem nicht zu rechtfertigenden Verwaltungsaufwand für die leistungsberechtigten Personen, die Essensanbieter, Schul- und Kitaverwaltungen sowie Leistungsbehörden führt.

Seit dem 1. Januar 2011 erhalten Kinder aus einkommensschwachen Haushalten Leistungen für Bildung und Teilhabe. Dazu gehört auch die gemeinschaftliche Mittagsverpflegung in Kitas und Schulen. Allerdings müssen sich die Familien bislang mit einem Euro pro Mittagessen beteiligen. Anspruchsberechtigt sind Kinder aus Familien, die Hartz-IV-Leistungen, Sozialhilfe, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, Wohngeld oder einen Kinderzuschlag nach dem Bundeskindergeldgesetz erhalten.

Nach der Vorstellung im Plenum wird der Gesetzesantrag zur weiteren Beratung an die Fachausschüsse überwiesen. 


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