Einschulung: Ersten Schultag nicht überbewerten

Eltern sollen ihre Kinder ohne Erwartungsdruck beim Schulanfang unterstützen, so die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vor der Einschulung der Erstklässler in Baden-Württemberg. "Jeder Schulanfang ist für die Kinder aufregend, aber auch mit Ängsten verbunden. Erstklässler sollten von ihren Eltern auch über die Einschulung hinaus aufmerksam begleitet werden", sagte der GEW-Landesvorsitzende Rainer Dahlem am Freitag (16.09.). Die meisten Einschulungsfeiern finden am Samstag (17.09.) statt.

16.09.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die Kultusministerkonferenz hat 1994 das Thema Schulfähigkeit von der Empfehlungsliste gestrichen. "Die Schule muss sich allen Kindern öffnen, sie mit ihren Stärken und Schwächen aufnehmen, angstfrei lernen lassen und bestmöglich fördern", so Dahlem. Die GEW empfiehlt Eltern, den ersten Schultag nicht zu groß zu feiern. "Der erste Tag in der Schule ist ein wichtiger Einschnitt für die Erstklässler. Durch überzogene Aktionen wie Familienfeiern und Zeitungsanzeigen wird aber der Erwartungsdruck auf die Kinder unnötig erhöht", sagte Dahlem.

Eltern sollen dazu beitragen, die Freude der Kinder auf den neuen Abschnitt in ihrem Leben zu unterstützen und ihnen ein positives Bild von Schule zu vermitteln. "Noch immer gibt es Eltern, die mit Schule und dem Ernst des Lebens drohen, anstatt ihre Kinder einfühlsam zu begleiten. Gerade Kinder dürfen und sollen Fehler machen können. Wer keine Angst hat, auch einmal einen falschen Knopf zu drücken, legt die Scheu vor Dingen ab, die er nicht kennt. Dies ist eine Voraussetzung, dass Kinder gerne lernen und Schule Spaß macht. Gute Leistungen können auf Dauer nur auf diesem Wege und nicht durch Druck erreicht werden", sagte Dahlem.

Experten schätzen, dass jedes zehnte Kind unter Angst-Symptomen leidet. "Wenn Kinder zum Beispiel regelmäßig morgens über Magen- oder Kopfschmerzen klagen oder sich zur Schule quälen, sollte das von Eltern ernst genommen werden. Kinder, die Angst vor der Schule haben, geraten oft außerhalb des Klassenzimmers in Isolation. Schlechte Leistungen sind in der Regel die Folge", sagte Dahlem.

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GEW Baden-Württemberg

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