Stellungnahme

Endlich etwas für die Attraktivität der Arbeit in den Schulen tun!

Die GEW NRW fordert die Landesregierung auf, zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels ihre Ankündigung endlich umzusetzen, die Attraktivität des Lehrer*innenberufs zu verbessern.

24.08.2018 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen
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Die zum Start des neuen Schuljahres von Schulministerin Yvonne Gebauer präsentierten Zahlen über nicht besetzte Stellen und gravierenden Lehrkräftemangel sind alarmierend. Sie zwingen zu entschlossenem Handeln, mahnt die Gewerkschaft, ansonsten drohten weitere Verschärfungen des jetzt schon akuten Bildungsnotstands.

„Wir erwarten, dass endlich mehr für die Profession getan wird, denn Profis in der Bildung sind gefragt wie nie zuvor. Trotz vieler Versprechen, die Belastungen zu senken, die Bezahlung gerechter zu machen und mehr Fortbildung und bessere Ausbildung anzubieten, ist nichts passiert“, klagte GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer. In der Pressekonferenz zum Schuljahresauftakt habe Schulministerin Gebauer keine neuen Impulse gesetzt, sondern lediglich Maßnahmen wie den Einsatz von Pensionär*innen präsentiert, deren mangelnde Wirksamkeit bewiesen sei. "Wer aktuell Lehrkräftemangel bekämpfen will und die Grundschulen nicht im Blick hat, hat die Aufgabenstellung verfehlt", so die GEW NRW Landesvorsitzende.

„Wir fordern ein Maßnahmenbündel zur Attraktivitätssteigerung des Lehrer*innenberufs. Die einheitliche Besoldung im Eingangsamt nach A 13Z, bzw. EG 13 für Tarifbeschäftigte, ist unabdingbar. Hier spielt die Landesregierung fahrlässiger Weise auf Zeit. Wir müssen finanzielle Anreize für Lehrkräfte schaffen, die sich bereit erklären, an Schulen im schwierigen sozialen Umfeld zu arbeiten. Ungleiches muss ungleich behandelt werden“, forderte die GEW-Landesvorsitzende.

Akuten Handlungsbedarf sieht die GEW NRW bei der Bekämpfung der Lehrkräftemangels und der Qualifizierung von Seiteneinsteiger*innen, insbesondere an den Grundschulen. „Die Zahl der Seiteinsteiger*innen steigt, wir können nicht auf sie verzichten“, sagte Schäfer. Die Landesvorsitzende listete die akuten Probleme auf, die gelöst werden müssen. „Wir fordern den berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst auch für die Grundschule. Die derzeitige Qualifizierungsmaßnahme ist völlig unzureichend und führt zu neuen Verwerfungen und Ungerechtigkeiten. Absolvent*innen dieser pädagogischen Einführung in Sport, Musik, Kunst und Englisch werden auch im Deutsch- und Mathematikunterricht als vollwertige Lehrkraft eingesetzt, bekommen aber auf Dauer nur ein Entgelt nach EG 10. Auch die befristete Beschäftigung von unterqualifizierten Kräften im Vertretungsunterricht der Grundschulen nimmt zu und führt zu Qualitätseinbußen.“

Mit Blick auf die Vorzeigeprojekte der Landesregierung im neuen Schuljahr – die digitale Erfassung des Unterrichtsausfalls und den Modellversuch „Talentschulen“ - bekräftigte Schäfer die schon vorgetragene Kritik der Gewerkschaft. „Das bürokratische System verschlingt jede Menge Personalressourcen und bringt keine neuen Erkenntnisse. Vom Wiegen allein wird die Sau nicht fetter.“ Mit ihrer schulpolitischen Insellösung „Talentschulen“, einem Modellversuch mit langer Laufzeit, vermeide die Landesregierung die notwendige sofortige Unterstützung von allen Schulen in schwierigen Lagen.


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