Gastbeitrag

Erfolgsfaktor Motivation bei Schulkindern

Der Beginn der Schulzeit ist für Kinder ein großer Schritt. Egal ob direkt aus dem Kindergarten oder von Zuhause aus: Mit der Einschulung beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Von nun an Schulkind – damit sehen sich die Kinder vielen neuen Herausforderungen gegenüber gestellt und können dafür jede Unterstützung von Eltern und Pädagogen gut gebrauchen.

14.09.2015 Artikel

Gerade für Schulanfänger ist ein kombinierter Lern- und Spaßfaktor wichtig, um die Lernentwicklung zu fördern. Kinder lernen am besten, wenn sie mit Spaß und Freude bei der Sache sind. Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren hierfür ist die Motivation, die durch gezielte pädagogische Maßnahmen immer wieder gefördert werden kann. Pädagogen arbeiten gerne mit diversen Möglichkeiten, die das Lernen fördern, bei denen aber auch der Spaß nicht zu kurz kommt. Die Motivationsmöglichkeiten sind auf das Alter der Kinder abgestimmt und pädagogisch sehr wirkungsvoll.

Intrinsische und extrinsische Motivation

Beide Begriffe sind aus der Lernpsychologie bekannt und werden dort als unterschiedliche, trotzdem kompatible Möglichkeiten der Motivation definiert. Die intrinsische Motivation ist danach eine aus sich selbst entstehende Motivation. Ein intrinsisch motiviertes Kind lernt bestimmte Unterrichtsinhalte einfach deshalb, weil sie Spaß machen, Interesse wecken und Neugier befriedigen, nicht um eine Belohnung zu erlangen oder eine Strafe zu umgehen. Das Gegenstück dazu ist extrinsische Motivation, die durch äußere Reize hervorgerufene Form der Motivation. Hier werden Aufgaben nicht um ihrer selbst willen erledigt, sondern zielorientiert, um beispielsweise gut Noten und Bewertungen zu erhalten. Diese beiden Formen der Motivation schließen sich keinesfalls aus, sondern können sich im Idealfall sehr gut ergänzen. So entdecken viele Kinder, die sich einem Unterrichtsthema nur durch extrinsische Motivation widmen, oft ihre Begeisterung für das Thema und erfüllen die gestellten Anforderungen nach und nach aus intrinsischer Motivation, aus reinem Interesse also.

Belohnungen sinnvoll einsetzen

Belohnungsformen in der Grundschule werden häufig durch Stempel realisiert. Ob Lehrerstempel, Pädagogikstempel, Belohnungsstempel oder Belobigungsstempel: Anstelle von Noten wird per Stempel Lob und Anerkennung für besonderes Engagement, aber auch Kritik ausgedrückt. Manche Stempel sind, zusätzlich zum Motiv, mit kurzen Sätzen ausgestattet, beispielsweise: "gut gemacht" oder "mach weiter so". So erfahren Kinder die nötige Anerkennung für erbrachte Leistungen und ihr Engagement, und werden gleichzeitig motiviert, diese guten Leistungen zu wiederholen. Innerhalb einer Klasse kann ein regelrechter Wettbewerb darüber entstehen, wer die meisten Stempel bekommen hat, was wiederum zu einer gegenseitigen Motivation der Kinder führen kann.

Belohnungsstempel

Belohnungstempel kommen zum Einsatz, wenn seitens des Schülers eine Leistung über das vorgegebene Maß hinaus zu würdigen ist. Das kann durch das Lösen von Zusatzaufgaben, durch besonders detaillierte Zeichnungen oder Bilder oder auch durch intensive Mitarbeit im Klassen-Tagebuch gerechtfertigt sein. Kinder freuen sich über diese Anerkennung, präsentieren die Stempel stolz Zuhause und bleiben stets motiviert.

"Bienchen sammeln"

Eine bekannte und beliebte Form der Arbeit mit Belohnungsstempeln ist das sogenannte Bienchen sammeln. Die Idee stammt aus Ostdeutschland und war ein bewährtes Belohnungssystem in dortigen Grundschulen. Die Biene als Symbol für fleißige Arbeit wurde als Lob und Anerkennung für besonders gutes Betragen, für eine extra schöne Schreibschrift oder für besonderes Engagement ausgelobt. Das Bienchen fand primär Verwendung im sogenannten Mitteilungsheft, der Verbindung zwischen Eltern und Lehrern. in dieses Heft wurden Mitteilungen der Lehrer eingetragen, die den Eltern vorzulegen waren. Für sorgfältig erledigte Hausaufgaben oder besonderes Engagement wurde ein Bienchen als Lob hinter den Eintrag gestempelt.

Heute werden Bienchen-Stempel von Pädagogen und Erziehern in Grundschule und Vorschule genutzt, um Kindern eine Bestätigung für erbrachte Leistungen und einen Ansporn zum Bienchen sammeln zu geben.

Übertragung auf die digitale Welt

Selbstverständlich hat nicht jedes Kind bei der Einschulung bereits Zugang zu Internet oder Mobiltelefonen. Doch sobald diese in den höheren Klassenstufen moderner Schulen zum Inventar gehören oder die Kinder ein Gerät wie ein Tablett oder Netbook als Leihgabe erhalten, lässt sich die Idee des Belohnungssystems auch ins Digitale übertragen. So können von Kindern Punkte in einem System gesammelt werden, mit denen sie sich untereinander messen können oder auch im Klassenverband mit Parallelklassen oder anderen Schulen. Denkbar wäre auch, bestimmte Punktzahlen als Klassengemeinschaft einzutauschen, beispielsweise gegen eine Exkursion oder eine bei Kindern beliebte Filmstunde mit einem zum Unterricht passenden Spielfilm.

Zur Autorin
Jasmin Schmidt ist Redakteurin bei Overnightprints.


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