Plenarsitzung der KMK

Ergebnisse der 329. Plenarsitzung der Kultusministerkonferenz am 4. März 2010 in Berlin

Die Kultusministerkonferenz hat sich während ihrer 329. Plenarsitzung am 4. März 2010 unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle, insbesondere mit folgenden Themen befasst: - Aktueller Stand der Umsetzung des Bologna-Prozesses - Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) / Stiftung für Hochschulzulassung: Bericht zum Zulassungsverfahren des WS 2009/2010 und aktueller Sachstand zum dialogorientierten Serviceverfahren - Stand der Implementierung der Bildungsstandards in den Ländern - Entwicklung einer Förderstrategie für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler - Festlegung des Schwerpunktthemas für den Bildungsbericht 2012

04.03.2010 Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder

Stand der Umsetzung Bologna-Reform

Die Kultusministerkonferenz hat anlässlich ihrer Plenartagung sehr ausführlich über die Umsetzung der Bologna-Reform sowie deren Weiterentwicklung beraten. Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle, betonte: "Wir nehmen die Interessen der Studierenden sehr ernst. Die Länder haben mit den bereits vorgenommenen Änderungen an den Ländergemeinsamen Strukturvorgaben schnell, umfassend und angemessen reagiert. Dabei sind wesentliche Korrekturen verankert worden, um die Studierbarkeit der Bachelor- und Master-Studiengänge zu gewährleisten."

Am Mittwoch fand in Zusammenarbeit mit der Hochschulrektorenkonferenz eine Fachtagung zur Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses statt. "Die Diskussionen zwischen Ländervertretern, Hochschulen und Studierenden fanden in einer sehr konstruktiven und ergebnisorientierten Atmosphäre statt", berichtete Spaenle. Die Kultusministerkonferenz habe ein hohes Interesse daran, dass nun entsprechende Diskussionsprozesse in den Ländern unter Beteiligung der Hochschulen und der Studierenden initiiert oder weitergeführt werden. Die Fachtagung habe deutlich gezeigt, dass sich die direkte Einbeziehung der Studierenden in den Bologna-Prozess bewährt hat und auch in den Ländern fortgesetzt werden sollte. Spaenle betonte: "Die Wissenschaftsministerien der Länder werden die Hochschulen organisatorisch und inhaltlich dabei unterstützen, notwendige und vereinbarte Strukturverbesserungen im Sinne einer besseren Studierbarkeit, bei der Anerkennung von Studien1eistungen und für eine höhere Mobilität zügig umzusetzen."

Dialogorientiertes Serviceverfahren soll Studienplatzvergabe vereinfachen

Zum Wintersemester 2011/2012 soll ein dialogorientiertes Serviceverfahren der ZVS/Stiftung für Hochschulzulassung die Zulassungsverfahren für die Studierenden und Hochschulen deutlich vereinfachen und beschleunigen. Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle, äußerte sich am Donnerstag in Berlin nach Beratungen zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten und das Verfahren wie geplant starten kann. "Das neue System ermöglicht einen effizienteren Interessenabgleich zwischen Hochschulen, die qualifizierte Bewerber suchen, und den Studierenden, die ihr Studium an einem Hochschulstandort ihrer Wahl beginnen möchten."

Mit dem dialogorientierten Serviceverfahren steht ab dem Wintersemester 2011/2012 allen Studienbewerbern ein onlinebasiertes Bewerbungsverfahren zur Verfügung, das für mehr Transparenz bei der Vergabe der Studienplätze sorgen wird. Ziel ist es, Mehrfachzulassungen auszuschließen und damit die Zahl der Nachrückverfahren zu minimieren und die Bewilligungsbescheide für einen Studienplatz frühzeitig an die Studierenden zu übermitteln.

Länder stärken Umsetzung der Bildungsstandards im Unterrichtsalltag

Die Länder werden künftig verstärkt den Blick auf die Umsetzung der nationalen Bildungsstandards im konkreten Schulunterricht richten. "Die Länder unterziehen sich dabei einer Selbstkontrolle hinsichtlich der Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung. Wir wollen uns ein aussagekräftiges Bild darüber verschaffen, inwieweit die Bildungsstandards im Unterrichtsalitag verankert sind", erklärte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Dr. Ludwig Spaenle.

Es sollen Evaluierungsinstrumente entwickelt werden, mit denen die Länder erfassen können, wie sich das Unterrichtsgeschehen seit der Einführung der Bildungsstandards entwickelt und verändert hat. "Um dieses Projekt angehen zu können, bedarf es einer fundierten wissenschaftlicher Begleitung", betonte der Präsident.

Ende vergangenen Jahres hatte die Kultusministerkonferenz bereits eine Konzeption zur Nutzung der Bildungsstandards für die Unterrichtsentwicklung verabschiedet. In einem weiteren Schritt geht es nun darum, die Lehrerfortbildung im Hinblick auf die bereits entwickelten Kompetemstufenmodelle zu stärken. Spaenle: "Dies ist die geeignete Form, um eine an den Bildungsstandards orientierte Schul- und Unterrichtsentwicklung weiter voranzutreiben."

Leistungsschwächere Schüler sollen gezielt gefördert werden - Chancen auf Schulabschluss erhöhen

Mit einer gezielten Förderstrategie will die Kultusministerkonferenz die Chancen leistungsschwächerer Schülerinnen und Schüler auf einen Schulabschuss und für eine erfolgreiche Teilhabe am beruflichen und gesellschaftlichen Leben erhöhen. Schwerpunkte und Leitlinien des am Donnerstag in Berlin beschlossenen Konzepts sind die individuelle Förderung und ein an den Bildungsstandards orientierter Unterricht, der zugleich praktische und berufsorientierte Bildungsinhalte umfasst. "Entscheidend ist, dass wir präventiv unterstützen und leistungsschwächeren Kindern mehr Lernzeit geben, um ihre Kernkompetenzen zu sichern", erläuterte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Dr. Ludwig Spaenle. Da sich die Förderstrategie nicht auf eine bestimmte Schulart bezieht, sondern auf das Erreichen der Mindeststandards für den Hauptschulabschluss, "sprechen wir damit ausdrücklich auch Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an, insbesondere mit dem Förderschwerpunkt Lernen."

Zu den Leitlinien zählt außerdem die stärkere Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund mit dafür qualifizierten Lehr- und Fachkräften. Die Schulen sind aufgefordert, die Vielfalt von Herkunft, Sprachen, Religionen und Kulturen ihrer Schülerschaft als Chance zu sehen und sie dafür zu nutzen, allen Beteiligten interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln.

Die Kultusministerkonferenz sieht im Ausbau und der qualitativen Weiterentwicklung von Ganztagsangeboten einen Ansatz, Bildungsbenachteiligungen abzubauen und mangelnde häusliche Unterstützungsmöglichkeiten auszugleichen, wobei soziale und kulturelle Institutionen einbezogen werden sollen. Lokale Bildungsnetzwerke werden die Kooperation von Schule, außerschulischen Bildungseinrichtungen, Jugendhilfe, Wirtschaft und Kommunen unterstützen. Schließlich wird die Kultusministerkonferenz in Zukunft noch stärker den Blick auf einen erfolgreichen Übergang von der Schule in die Ausbildung richten. Dies soll durch Vereinbarungen u.a. mit den Wirtschaftsverbänden und der Bundesagentur für Arbeit erreicht werden.

"Kulturelle/musisch-ästhetische Bildung im Lebenslauf" wird Schwerpunktthema des Bildungsberichts 2012

Die kulturelle und musisch-ästhetische Bildung im Lebenslauf soll das Schwerpunktthema des Bildungsberichts 2012 werden. Darauf verständigte sich die Kultusministerkonferenz am Donnerstag in Berlin. Die unterschiedlichen Angebote im kulturellen und musisch-ästhetischen Bereich leisten einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung und schaffen Möglichkeiten für persönliche Lernerfahrungen und Lernerfolge. Im Rahmen des Schwerpunktkapitels sollen deshalb bildungsbereichsübergreifend - von der frühkindlichen Bildung bis in die Erwachsenenbildung - die differenzierten Formen kultureller Bildung in unterschiedlichen Lebenszusammenhängen und Lebensphasen dargestellt werden.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Dr. Ludwig Spaenle, betonte: "Wir wollen formelle wie informelle Bildungswelten von der frühkindlichen Bildung bis ins Seniorenalter darstellen, Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen und auf die Bedeutung kultureller Bildung filr die Persönlichkeitsentwicklung wie filr die Gesellschaft hinweisen."


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