Erste Ergebnisse der "Vergleichsarbeiten in der 2. Klasse" liegen vor

Insgesamt 200 Schulen haben sich mit 7.000 Schülerinnen und Schülern im Mai und Juni 2004 freiwillig an den ersten Vergleichsarbeiten in der Jahrgangsstufe 2 im Land Brandenburg beteiligt. Jetzt liegt die erste Stichprobenauswertung von 100 Schulen und 1931 Schülerinnen und Schülern vor. Getestet wurden mit einheitlichen Aufgaben die Fähigkeiten in Deutsch (Leseverständnis und Lesegeschwindigkeit) und Mathematik in Brandenburg, Berlin und Bayern. Auch für das Land Berlin liegen die Ergebnisse vor, sodass ein direkter Vergleich möglich ist. Erstes Ergebnis: Die erreichte Gesamtpunktzahl deutschsprachiger Schülerinnen und Schüler in Berlin und Brandenburg ist mit 8,3 (von 12 möglichen Maximalpunkten) in der Deutschprüfung gleich. Das bedeutet, dass brandenburgische Kinder in der zweiten Klasse auf dem gleichen Leistungsniveau liegen wie die Berliner Kinder. Es besteht somit kein Bildungsnachteil zwischen Stadt und ländlichen Regionen, zumindest bis zum Ende der zweiten Klasse. Im Bereich Leseverständnis sind 40 Prozent der deutschsprachigen Zweitklässler im Land Branden-burg starke Leser (40,5 in Berlin) und 34,4 Prozent durchschnittliche Leser (36,4 in Berlin). Im Bereich Lesegeschwindigkeit sind 42,3 Prozent der brandenburgischen deutschsprachigen Zweitklässler schnelle Leser (39,1 in Berlin), 33,8 Prozent erreichen durchschnittliche Leistungen bei der Lesegeschwindigkeit (33,9 in Berlin).

13.08.2004 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

"Die Ergebnisse sind insgesamt ermutigend, zeigen sie doch, dass insbesondere unsere Maßnahmen zur Leseförderung und zur Stärkung der Grundschulen im Rahmen der Bildungsoffensive erfolgreich sind", sagt Bildungsminister Reiche. "Dennoch dürfen wir jetzt nicht nachlassen, sondern müssen die begonnenen Maßnahmen zur Verbesserung der Lesefähigkeit insbesondere im Bereich der Fördermaßnahmen konsequent weiterverfolgen. Die Grundschulen erhalten mit den Vergleichsarbeiten ein diagnostisches Instrument, das den Erfolg der Arbeit der Schulanfangsphase überprüft, indem die erworbenen Kompetenzen in der Schriftsprache und in Mathematik festgestellt werden, die bis zum Übergang in die Klasse 3 angestrebt werden. Den Lehrkräften eröffnen sich somit verbesserte pädagogische und methodische Möglichkeiten, ihren Unterricht noch wirksamer zu gestalten. Auch die Eltern erhalten alle Daten, sodass sie die Leistungsfähigkeit ihres Kindes mit dem Wert der Klasse, der Schule und des Landes vergleichen können. Ich erwarte dadurch einen intensiveren Austausch über gezielte Förder-möglichkeiten in Elternhaus und Schule zwischen Eltern und Lehrkräften. In diesem Schuljahr werden die Vergleichsarbeiten an allen Grundschulen geschrieben werden."

Auch in der Leistungsfähigkeit im Testfeld Mathematik gibt es keine großen Unterschiede zwischen den getesteten Kindern der 2. Klasse in Berlin und Brandenburg. Insgesamt erreichten deutschsprachige Schülerinnen und Schüler einen Landesdurchschnittswert von 12,3 Punkten von 19 möglichen (12,4 in Berlin). 42,9 Prozent der brandenburgischen Kinder zählen zu den starken Rechnern und Rechnerinnen (43,3 in Berlin), 33 Prozent zu den durchschnittlichen Rechnern (34 in Berlin).

Die wichtigste Ebene des Vergleichs gilt den Schulen. Die Schulen haben ihre Ergebnisse zurückgemeldet bekommen, mit denen sie Vergleiche

  • zwischen den Landesmittelwerten und der Schule,
  • zwischen dem Landesergebnis und einzelnen Klassen der Schule und
  • zwischen den Klassen der Schule ziehen können.

Die genaue Analyse der Ergebnisse in jeder einzelnen Schule und in jeder einzelnen Klasse kann systematische Stärken und Schwächen der Schüler insgesamt herausfinden, auch Stärke-Schwäche-Muster für jeden einzelnen Schüler werden möglich.


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