Evaluation ist kein Schul-TÜV

Stuttgart – "Lehrerinnen und Lehrer begrüßen Evaluation als wichtiges Instrument, um an Schulen professioneller arbeiten und die Pädagogik weiterentwickeln zu können. Qualitätsentwicklung darf aber nicht als Schul-TÜV zur Kontrolle missbraucht werden", sagte am Freitag (10.06.) in Stuttgart Barbara Haas, stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

10.06.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

An einer landesweiten Fachtagung zur Evaluation nahmen 220 Lehrer/innen aus ganz Baden-Württemberg teil. Sie diskutierten mit Wissenschaftler/innen sowie Vertreter/innen des Kultusministeriums und des Landesinstituts für Schulentwicklung über die im Herbst 2005 startende Selbstevaluation an 57 Pilotschulen in Baden-Württemberg.

Die GEW schlägt vor, Fehler wie bei der übereilten Einführung des achtjährigen Gymnasiums zu vermeiden und die Evaluation schrittweise und in enger Kooperation mit den einzelnen Schulen einzuführen. "Erster Schritt ist eine sorgfältige wissenschaftliche Auswertung an den 57 Pilotschulen. Erst danach kann der weitere Ausbau der Evaluation sinnvoll geplant werden", sagte Haas.

Voraussetzungen für ein Gelingen des Qualitätsmanagements seien zusätzliche Zeitbudgets für Schulen, um ein Bildungsmanagement zu installieren, eine qualifizierte Prozessbegleitung für jede Schule und Fortbildungsangebote für alle Beteiligten. "Nach den vielen Jahren auf Schavans Reform-Baustellen gibt es unter den Lehrerinnen und Lehrer großes Misstrauen gegenüber dem Start der Evaluation an Schulen. Das Kultusministerium muss deshalb stärker für die Qualitätsentwicklung werben und deutlich machen, dass es Evaluation als Mittel zur Weiterentwicklung und nicht als neues Kontrollinstrument versteht" so Haas.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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