Unterrichtsversorgung

Fachlehrermangel gefährdet Unterrichtsqualität

Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte - VNL/VDR befürchtet im neuen Schuljahr, dass Niedersachsens Schulen, insbesondere die des Sekundar-I-Bereichs, wie bereits im Vorjahr wieder mit einer unbefriedigenden Unterrichtsversorgung dastehen werden.

07.08.2018 Niedersachsen Pressemeldung Verband Niedersächsischer Lehrkräfte
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Zusätzlich hat das schon zum Ende des alten Schuljahres in Gang gesetzte Abordnungskarussell zu großer Unruhe an vielen Schulen geführt. Dabei müssen auch nichtgymnasiale Schulen wie Ober-, Real- und Hauptschulen Lehrkräfte an Grundschulen abordnen. Deshalb müssen wiederum Gymnasiallehrkräfte an diese Schulen geschickt werden, um das dadurch entstandene Unterrichtsfehl zu beheben. „Dieses Abordnungskarussell ist nicht sinnvoll und hat unnötige, unproduktive Unruhe in die Schulen gebracht. Die Unterrichtsversorgung wird dabei oftmals nur auf dem Papier angehoben. Wie sollen die Schulen bei einer schlechten Unterrichtsversorgung neben einem qualitativ hochwertigen Kernunterricht noch ein qualifiziert besetztes Ganztagsangebot und Fördermaßnahmen, die ihren Namen auch verdienen, anbieten können?“ sorgt sich Torsten Neumann, VNL/VDR-Landesvorsitzender, mit Blick insbesondere auf Ober-, Haupt- und Realschulen.

Auch im neuen Schuljahr ist der Fachlehrermangel ein großes Problem, das sich seit Jahren immer mehr verstärkt hat. Die Politik hat jedoch darauf bislang allenfalls halbherzig reagiert. Es fehlen insbesondere in den MINT-Fächern, Fremdsprachen und musischen Fächern geeignete Fachlehrkräfte. „Die Folge ist, dass vermehrt fachfremder Unterricht erteilt werden muss. Dieser belastet die schon jetzt arg belasteten Lehrkräfte und gefährdet die Unterrichtsqualität“, so Neumann.

Der VNL/VDR hat wiederholt auf den bestehenden und kommenden Lehrermangel hingewiesen. Zum neuen Schuljahr hat es lediglich für zwei Drittel der ausgeschriebenen Stellen im Ober-, Real-, Haupt- und Grundschulbereich Bewerbungen gegeben. „Es bedarf endlich einer Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufes, vor allem im Primar-, Ober-, Real- und Hauptschulbereich. In Niedersachsen werden die Lehrkräfte für diese Schulformen, anders als in vielen anderen Bundesländern, noch immer nach A 12 besoldet. Um deren mögliche Abkehr von Niedersachsen zu stoppen, müssen auch bei uns alle Lehrkräfte mindestens nach A 13 besoldet werden“, fordert Neumann mit Blick auf die zurückliegende Einstellungsrunde.

Für den VNL/VDR ist die jetzige Unterrichtssituation an Niedersachsens Schulen vorhersehbar gewesen. „Wir haben immer wieder davor gewarnt. Leidtragende dieser verfehlten Politik werden nicht nur Lehrkräfte, sondern gerade unsere Schülerinnen und Schüler sein, deren Zukunft nicht aufs Spiel gesetzt werden darf. Schließlich sind sie unser größtes Kapital“, warnt Neumann abschließend.


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