Gastbeitrag

Film ab!

Klassische Lehrfilme gelten oft als etwas angestaubtes Medium. Richtig eingesetzt können sie den Unterricht aber bereichern. Von Vincent Hochhausen

08.11.2018 Bundesweit Artikel didactaDIGITAL - Aktuelles rund ums Lehren & Lernen mit neuen Technologien
  • © www.pixabay.de Auch wenn die meisten Filme länger sind, ist es sinnvoll, sie in Schnipseln von einigen Minuten anzuschauen und das Gelernte dann zu vertiefen.

In der Diskussion um die Digitalisierung an Schulen wird ein etabliertes Lernmedium oft vergessen: der Lehr lm. Bei den zuständigen Medienzentren der Kommunen und Landkreise können Schulen Filme und andere Lehrmittel anfragen. Dabei habe sich die Art des Mediums in kurzer Zeit stark verändert, erzählt Anita Stangl, Geschäftsführerin des Anbieters von audiovisuellen Lehrmitteln „MedienLB“: „Vor 15 Jahren, als wir angefangen haben, waren wir überrascht, wie viele Lehrkräfte noch Videokassetten statt DVDs nachgefragt haben. Mittlerweile ist der Online-Zugriff auf Lehrvideos möglich, sodass das umständliche Ausleihen einer DVD nicht mehr notwendig ist.“ 

Dieser Zugriff ist über die einzelnen Distributionsportale der Bundesländer möglich. Ein Problem sei jedoch, dass viele Lehrkräfte von dieser Möglichkeit gar nicht wüssten, sagt Stangl. „Ich mache Lehrerfortbildungen zum Medieneinsatz im Unterricht und viele Lehrer sind ganz überrascht, wenn sie von diesen Portalen hören.“ 

Wichtig beim Einsatz von Videos im Unterricht ist das Begleitmaterial. Private Anbieter erarbeiten zu den Videomaterialien Aufgabenblätter und interaktive Aufgaben, die sich zum Beispiel an mobilen Geräten oder an Whiteboards bearbeiten lassen. Das kann zum Beispiel das eigenständige Ordnen der Planeten des Sonnensystems nach ihrem jeweiligen Abstand von der Sonne sein. Stangl legt Wert darauf, zu den Lehrmaterialien auch Konzepte für Unterrichtseinheiten anzubieten. Diese unterstützen einerseits unerfahrene Lehrkräfte beim Planen des Unterrichts und machen es zudem für Vertretungslehrer leicht, in den Vertretungsstunden konstruktiv zu arbeiten. 

Generell empfiehlt Stangl, Filme immer in klar begrenzten kurzen Einheiten einzusetzen und die vermittelten Inhalte zum Beispiel durch die Bearbeitung von Aufgaben zu vertiefen. Gerade in Kombination mit interaktiven Aufgaben seien audiovisuelle Lehrmittel sehr sinnvoll. „Wenn Schüler zum Beispiel die Fressfeinde des Eichhörnchens selbst in Aktion sehen, prägen sie sich das einfach besser ein“, sagt Stangl. Das merke man auch bei der Erinnerung an die eigene Schulzeit: „Fast jeder erinnert sich noch an bestimmte Dinge, die er oder sie in Lehrfilmen gesehen hat“.

Dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht in: didacta DIGITAL – Aktuelles rund ums Lehren & Lernen mit neuen Technologien, Ausgabe 1/2018, S. 14-15, www.didacta-digital.de


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