Forscher fahnden nach Ursachen der Lese-Rechtschreibstörung

(bikl/idw) Mit dem Forschungsprojekt NeuroDys hat die größte europäische Zusammenarbeit zur Klärung der biologischen Grundlagen der Lese- Rechtschreibstörung (Legasthenie) begonnen.

22.09.2006 Artikel

Legasthenie ist eine häufige, schwere Lese- und Rechtschreibstörung mit starkem biologischem Anteil. In NeuroDys kooperieren 15 europäische Gruppen und Kliniken, die Projektkoordination erfolgt durch die Philipps- Universität Marburg. Die Europäische Union fördert das Projekt mit insgesamt drei Millionen Euro.

Europäisch und interdisziplinär

"Mit diesem interdisziplinären Forschungsvorhaben werden wir die Grundlage für wirksame Förderung, Diagnostik und für die Prävention der Lese-Rechtschreibstörung schaffen", erklärt der Koordinator des Projekts, Professor Dr. Gerd Schulte-Körne von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Philipps-Universität Marburg.

4000 Kinder werden untersucht

Neurodys verbindet europäische Spitzenforschung in der Molekulargenetik und den Neurowissenschaften. Die Ursachen der Leseprobleme werden auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig untersucht. Welche genetischen, neurobiologischen Ursachen und Umweltfaktoren für die häufigste Lernstörung, an der mindestens 2,5 Millionen Schulkinder in Europa leiden, verantwortlich sind, soll in den nächsten drei Jahren aufgeklärt werden. Fast 4.000 Kinder untersuchen die Forscher im Rahmen dieser koordinierten Anstrengung; oft in enger Verbindung mit entsprechenden nationalen Projekten.

Weltweit größte Datenbank

Die Schaffung der weltweit größten biologischen Datenbank zur Dyslexie soll Europa in knapp drei Jahren an die Spitze der Dyslexieforschung bringen. Die Integration von Befunden zu Molekulargenetik, Umwelt, Gehirn und Verhalten ermöglicht ein vertieftes Verständnis von universellen und kulturspezifischen Aspekten der Lese- Rechtschreibstörung. Dies bildet auch die wissenschaftliche Basis für eine gezieltere und wirksamere Behandlung.

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