Gastbeitrag

Für eine gemeinsame Oberstufe und eine tertiäre Bildung für alle

Die tertiäre Bildung ist ein zentrales, innerstaatliches Mittel gegen die Ungleichheit – denn die Chancenungleichheit ist auch das Ergebnis zu weniger Hochqualifizierter.

14.09.2018 Bundesweit Artikel Joachim Lohmann
  • © sirtravelalot/Shutterstock

In den westlichen Industriegesellschaften ist die ökonomische Ungleichheit in den letzten Jahrzehnten beim Einkommen und erst recht beim Vermögen extrem gestiegen. Gründe waren vor allem die technologische Entwicklung und die Deregulierung. Die Wirtschaft 4.0 – auch 4. Industrielle Revolution genannt – wird die Ungleichheit weiter verschärfen. 

Die zunehmende Spaltung der Gesellschaften ist nicht unabänderlich. Ein zentrales, innerstaatliches Mittel gegen die Ungleichheit ist eine hochqualifizierende Breitenbildung. Die Ungleichheit ist auch ein Ergebnis zu weniger Hochqualifizierter. Wir können mehr Gleichheit schaffen, indem wir eine tertiäre Bildung für möglichst alle denken und in Schritten realisieren. 

Deren Durchsetzung wird auf Widerstand von Teilen der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Politik stoßen. Diese werden ihre Interessen widersprüchlich zu legitimieren versuchen: 

  • Zum einen werden sie ihre Interessen mit der Ideologie der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung verbrämen.
  • Zum anderen werden sie die Selektionsstruktur der Sekundarstufe II mit den Leistungsunterschieden der Jugendlichen und mit der Funktion der Schule als Zulieferer zur gegebenen hierarchischen Berufsstruktur rechtfertigen. 

Tatsächlich ist der Sekundarbereich II die Stufe der schärfsten Selektion sowohl innerhalb der Ausbildungszeit als auch bei der Vorherbestimmung des künftigen gesellschaftlichen und beruflichen Status einer Person. Einige Sektionen des Sekundarbereichs II widersprechen diametral der sozialen und pädagogischen Intention der Inklusion und des Förderns. Andere Sektionen werden künstlich im Bereich der Sekundarstufe II gehalten, obwohl sie in den meisten westlichen Ländern inzwischen längst in den Tertiärbereich abgewandert sind. 

Eine Umstrukturierung des Sekundarbereichs II ist aus politischen und sozioökonomischen Gründen auch in Deutschland unabdingbar, sie wird sich in vielen Schritten vollziehen. Ziel sollte eine gemeinsame Oberstufe für alle sein, die auf eine Ausbildung im tertiären Bereich vorbereitet.

Es handelt sich hierbei um einen Auszug aus dem Beitrag „Die Chancengleichheit verlangt eine gemeinsame Oberstufe und eine tertiäre Bildung für alle“, der hier in voller Länge, inklusive Quellennachweisen, gelesen werden kann.


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