Ferien

Für Schüler sollte jetzt Chillen statt Pauken angesagt sein

Spätestens am Mittwoch - am letzten Schultag - gibt es in Baden-Württemberg die Jahreszeugnisse. „Bisweilen wird die Vorfreude der Schüler auf die bevorstehenden Sommerferien durch die Angst vor einem schlechten Zeugnis oder gar einer Nichtversetzung getrübt“, weiß der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg.

24.07.2018 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg
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„Für Eltern, die während des Schuljahres in Kontakt mit den Lehrern gestanden und sich laufend über Leistungen und Lernfortschritte ihres Kindes informiert haben, dürfte der Zeugnistag keine allzu großen Überraschungen bereithalten,“ versichert der VBE-Sprecher. Er warnte davor, wegen schlechter Zeugnisnoten oder Beurteilungen jetzt plötzlich daheim ein “Drama“ zu inszenieren, nachdem doch sowieso schon alles gelaufen sei. Wenn Eltern am Zeugnistag richtig die Nerven verlieren, komme das meist einem Bekenntnis gleich, dass sie sich wahrscheinlich in letzter Zeit zu wenig um die schulischen Belange ihres Kindes gekümmert haben.

Zeugnisse bewerten immer nur einen kleineren Ausschnitt der Schülerpersönlichkeit - und zwar aus Sicht der Schule. Schlechtere Leistungsnoten können durch unterstützende Begleitung und wirkungsvolle Hilfen respektive durch eine entsprechende Verhaltensänderung des Schülers im nächsten Jahr wieder zu erheblich besseren Ergebnissen führen.

Ein “Versagen“ in der Schule hat stets verschiedene Ursachen. Nicht immer sind Faulheit oder Gleichgültigkeit der Grund für schlechte Leistungen. Auch eine permanente Überforderung des Schülers durch die falsche Schulwahl ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. In diesem Fall kann nur ein Schulwechsel dem Kind wieder Freiräume verschaffen und die dringend benötigten Erfolgserlebnisse ermöglichen.

„An den meisten Schulen werden leider viel zu wenig Stütz- und Fördermaßnahmen angeboten, weil die entsprechenden Lehrerstunden fehlen“, beklagt der VBE-Sprecher, und nicht alle Familien könnten und wollten sich einen privaten Nachhilfelehrer leisten.

Werde das Klassenziel nicht erreicht, sollten alle Beteiligten die Wiederholung einer Klassenstufe nicht als Strafe sehen, sondern als Chance, vorhandene Defizite auszugleichen oder Entwicklungsverzögerungen aufzuholen, so der VBE-Sprecher, der Zeugnistag dürfe auf keinen Fall zum “Gerichtstag“ werden.

Auch wenn sich manche Eltern wegen des deutlich ausgefallenen „Denkzettels“ zu Recht Sorgen wegen ihres Kindes machten und zunächst mit Verärgerung reagierten, sollten alle Erziehungsberechtigten daran denken, dass gerade die weniger erfolgreichen Schüler auf die Unterstützung durch die Familie besonders angewiesen seien, wirbt der VBE-Sprecher um Verständnis und bittet um “Gnade“ für die sich schon genug abgestraft Fühlenden.

Ganz gleich wie das Zeugnis auch ausgefallen sein mag, in den Sommerferien ist für die Schüler jetzt zunächst „Chillen“ statt Pauken angesagt. Mit den notwendigen und sinnvollen Stoffwiederholungen kann später nach einer ausgiebigen Phase des Abschaltens und der Entspannung langsam in wohl dosierten Dosen begonnen werden.


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