G8: GEW Hessen begrüßt Anträge von DIE LINKE und SPD

Als wichtige und notwendige schulpolitische Weichenstellungen begrüßt die GEW-Hessen (1) den Gesetzentwurf der Partei DIE Linke und den Beschlussantrag der SPD zur Beendigung des hessischen G8-Experiments.

13.05.2008 Hessen Pressemeldung GEW Hessen

"Die Schulen benötigen endlich Klarheit darüber, wie es mit der verkorksten Gymnasialzeitverkürzung in der Sekundarstufe I dauerhaft weitergehen soll", erklärt der hessische GEW Vorsitzende Jochen Nagel. Damit die Qualität des Unterrichts sichergestellt und die dauerhafte Überforderung von Schülerinnen und Schülern beendet werde, müsse die einheitliche sechsjährige Sekundarstufe I in allen Bildungsgängen wiederhergestellt werden.

"Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte wollen eine klare Zielperspektive und genügend Zeit für die Umstellung auf ein sinnvolles System. Beides ist in den Anträgen von DIE LINKE und SPD enthalten, wobei es für die Entwicklungssicherheit vorteilhaft wäre, wenn dies noch in diesem Schuljahr durch eine Änderung des Schulgesetzes, wie es DIE LINKE vorsieht, erfolgen könnte", so Jochen Nagel weiter.

Die weitere Aufspaltung des gegliederten Schulwesens in einen G8 und einen G9-Bildungsgang lehnt die GEW Hessen als Irrweg entschieden ab. Bereits heute belegen alle seriösen Studien, dass die Schulwahl am Ende der vierten Klasse eher nach sozialen als nach Kompetenzkriterien erfolgt. Eine Entscheidung zwischen G8 und G9 im Alter von 10 Jahren erfordere, wenn man sie ernst und nicht als soziale Auslese nehme, von Eltern geradezu seherische Fähigkeiten darüber, wie sich ihre Kinder während der Pubertät entwickeln. Darüber hinaus erzeuge jede weitere Aufgliederung der Schulformen erhebliche zusätzliche Kosten.

Scharf kritisiert der GEW Vorsitzende, Jochen Nagel, in diesem Zusammenhang die bildungspolitische Sprecherin der FDP, Frau Henzler: "Wer im Wahlprogramm durchaus begründet zugesagt hat, 'statt der Sekundarstufe I die Sekundarstufe II um ein Jahr zu verkürzen' und jetzt die Einrichtung von Exklusivgymnasien propagiert, kann wohl kaum mehr behaupten, dass er nach der Wahl das tut, was er vor der Wahl gesagt hat."

(1) Erste Ergebnisse der Personalratswahlen im Schulbereich machen deutlich, dass die GEW Hessen auch an den Gymnasien deutlich zugelegt und ihren Vorsprung vor dem Philologenverband (als Teil der Listenverbindung dlh) weiter ausgebaut hat. Die GEW Hessen kann sich deshalb mit Fug und Recht auch als die führende Vertretung der Lehrkräfte

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