Bildungspaket

G9 in Bayern: Wieder mehr Zeit für Qualität

Bayerischer Philologenverband: Große Freude über CSU-Entscheidung – Klärung der Detailfragen im Konsens mit der Schulfamilie

06.04.2017 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)
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Sehr erfreut zeigt sich der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv), Michael Schwägerl, angesichts der gestrigen, einstimmigen Entscheidung der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, in Bayern wieder das G9 auf den Weg zu bringen: „Wir gratulieren der Regierungsfraktion zu dieser Entscheidung und freuen uns sehr. Das zusätzliche Jahr wird den Schülerinnen und Schülern gut tun. Unser Blick geht nun nach vorne, wir wollen zielgerichtet die noch offenen Detailfragen klären, sodass ein qualitätsvolles, zukunftsfähiges neunjähriges Gymnasium entstehen kann.“

Neustrukturierung des Gymnasiums: Inhalte in den Blick nehmen – 11. Jahrgangsstufe wichtig für Bildungs- und Reifeprozess der Schüler

Zur Neustrukturierung des Gymnasiums stellt Schwägerl fest: „Durch die Verlängerung der Lernzeit werden inhaltliche Verbesserungen möglich, das begrüßen wir sehr. Wir brauchen dazu einen G9-Lehrplan aus einem Guss, mit mehr Raum für Vertiefung und mit angepassten Inhalten sowie eine Anreicherung des Wahlangebotes und eine damit verbundene Stärkung der Begabtenförderung.“ Zentral sei für die Neukonzeption auch, dass nicht der Eindruck entstehe, bestimmte Jahrgangsstufen seien grundsätzlich entbehrlich. „Jedes Jahr, jede Jahrgangsstufe am Gymnasium ist für die Schülerinnen und Schüler, ihren Bildungs- und Reifeprozess wichtig“, betont der Verbandschef. Besonders positiv wertet der bpv die sogenannte „Überholspur“, eine Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler im neuen G9, das Gymnasium auch in acht Jahren zu durchlaufen. „Es ist sinnvoll, das Gymnasium von neun Jahren her zu denken und die Schüler beim schnelleren Durchlauf gezielt zu unterstützen. Dieser Perspektivenwechsel wird die Qualität des bayerischen Gymnasiums noch einmal steigern.“ Bereits 2014 hatte der Verband die Option des begleiteten Überspringens im Rahmen von Eckpunkten für ein neues G9 gefordert.

Detailfragen im Konsens mit der Schulfamilie klären

Was die weiteren noch zu klärenden Details angeht, ist Schwägerl zuversichtlich: „Die hinter uns liegende Dialogphase hat großen Konsens innerhalb der Schulfamilie gezeigt. Ich bin zuversichtlich, dass wir diesen auch bei der inhaltlichen Ausgestaltung des neuen G9 herstellen werden.“ Wichtig ist aus Sicht des bpv, dass das neue G9 die Schülerinnen und Schüler gut für die Zukunft rüstet und nicht ständig nachgebessert werden muss. Die offenen Fragen müssten deshalb weitsichtig und nachhaltig beantwortet und von der ganzen Schulfamilie getragen werden. „Wir freuen uns auf die anstehende Arbeit in der nächsten Zeit.“

Langer Atem hat sich gelohnt

Für den bpv geht mit der gestrigen Entscheidung eine lange Überzeugungsphase zu Ende. „Die gestrige Entscheidung macht deutlich, dass die Weiterentwicklungsmöglichkeiten des G8 ausgeschöpft sind. Der Schritt hin zu neun Jahren ist absolut richtig, gerade vor dem Hintergrund der anstehenden Herausforderungen im Bildungsbereich“, ergänzt Schwägerl abschließend. Nach einer Vielzahl von Nachjustierungen und Modifikationen des G8, die allesamt nicht für Ruhe am Gymnasium sorgen konnten, brachte der bpv im März 2014 eigene Eckpunkte für ein grundständig neunjähriges Gymnasium in die Debatte ein. Sie fanden große Beachtung in der Öffentlichkeit und haben das inzwischen vom Kultusministerium erarbeitete Konzept für ein neues G9 mitgeprägt.


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