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Ganztagsschule als Lern- und Lebensraum

"Die Einigung zwischen Land und Kommunen zum Ausbau von Ganztagschulen an Grund- und den Grundstufen der Förderschulen ist ein erster wichtiger Schritt. In Ganztagsschulen können Schulen zum Lern- und Lebensraum werden, die Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft kann dort am besten verringert werden und sie helfen den Eltern bei der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf", sagte am Donnerstag (16.01.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

16.01.2014 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die Bildungsgewerkschaft begrüßt, dass Ganztagschulen, die an vier Tagen acht Stunden Ganztagsbetrieb anbieten, mit 12 Lehrerwochenstunden mehr Stunden als bisher erhalten. "Gute und von den Eltern akzeptierte Ganztagsschulen entstehen nur, wenn sie entsprechend ausgestattet werden und sich in einem rhythmisierten Schulalltag Unterricht, individuelle Förderung und Zeit zur freien Gestaltung sinnvoll abwechseln. Das wird nur möglich sein, wenn es weiter zusätzliche Mittel für die wichtige Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern gibt. Mit einer Umwidmung der Lehrerwochenstundenzuweisung lässt sich das nicht finanzieren. Wenn Lehrkräfte die Aufsicht in der Mittagspause haben, darf das nicht zu Lasten anderer Aufgaben gehen. Deshalb brauchen die Schulen auch dafür zusätzliche Ressourcen", sagte Moritz

Die GEW-Chefin setzt sich dafür ein, dass auch für die anderen Schularten ein Konzept für den Ganztagsschulausbau vorgelegt wird. Die GEW hat bereits 2012 vorgeschlagen, in einem ersten Schritt bis 2016 15 bis 20 Prozent der Schulen in Baden-Württemberg zu Ganztagsschulen auszubauen. Die Lehrerbedarfs-Studie des Essens Bildungswissenschaftlers Klaus Klemm für Baden-Württemberg zeigt, dass 1.612 Lehrerstellen zusätzlich benötigt werden, wenn zum Beispiel 15 Prozent der Grundschulen und 20 Prozent der Realschulen und Gymnasien zu Ganztagsschulen ausgebaut würden.

Die GEW hält aus pädagogischen Gründen nur Ganztagschulen für sinnvoll, in denen alle Kinder einer Klasse vom Ganztagsangebot profitieren. "Nur so ist die notwenige Rhythmisierung und eine Qualitätssteigerung möglich" sagte Moritz.

70 Prozent der Eltern wollen Ganztagsschulen

Eine 2012 veröffentlichte Emnid-Studie hatte ergeben, dass nur 28 Prozent der Eltern ihre Kinder auf eine klassische Halbtagsschule schicken wollen und 70 Prozent eine Ganztagsschule bevorzugen würden. 2012 lag in Baden-Württemberg bei den Haupt-/Werkrealschulen der Anteil an Ganztagsschulen bei 34,4 Prozent (25,9 Prozent gebundene, 8.5 Prozent offene Ganztags-schulen). Nur 7,8 Prozent der Grundschulen waren Ganztagsschulen (3,7 Prozent in offener und 4,1 Prozent in gebundener Form), bei den Realschulen waren es 6,6 und bei den Gymnasien 17,2 Prozent.

Ansprechpartner

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