Gefahrenzulage für Lehrkräfte - Vorschlag des Philologenverbandes schlichtweg geschmacklos

Die Diskussion über Konsequenzen auf den Amoklauf von Winnenden treibt immer seltsamere Blüten. Nun fordert der Philologenverband die Einführung einer Gefahrenzulage für Lehrkräfte. "Der Vorschlag des Bundesvorsitzenden des Philologenverbandes wenige Tage nach den schrecklichen Geschehnissen von Winnenden ist schlichtweg geschmacklos", sagte der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn am Montag, 16.3.09 in Kiel. "Außerdem geht er an den Bedürfnissen der Lehrerinnen und Lehrer vorbei. Die wollen keine Gefahrenzulage, sondern Arbeitsplätze, an denen sie ohne Gefahr für Leib und Leben ihrer Arbeit nachgehen können."

16.03.2009 Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

Matthias Heidn plädierte für mehr Präventionsangebote gegen Gewalt, einen Ausbau der Schulsozialarbeit sowie die Einstellung von mehr Schulpsychologen. Gleichzeitig wies er aber darauf hin, dass es leider keine Patentrezepte gegen Amokläufe gebe.

"Gewalt wächst auf dem Nährboden sozialer Ungerechtigkeit und geistiger Leere. Diese Ursachen müssen von der gesamten Gesellschaft stärker angegangen werden, ebenso wie die Verbreitung von Schusswaffen und Gewalt in Videospielen und Medien", so Matthias Heidn. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an eine Initiative des GEW-Ehrenvorsitzenden Wilhelm Strech nach den Ereignissen von Erfurt. Der pensionierte Schulrat Wilhelm Strech aus dem Kreis Stormarn hatte einen Preis für Toleranz und Solidarität ins Leben gerufen, um Initiativen im Bildungsbereich auszuzeichnen, die sich für friedvolles und solidarisches Zusammenleben der Menschen einsetzen. In diesem Jahr soll der mit 2500 Euro dotierte Preis zum fünften Mal verliehen werden.

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GEW Schleswig-Holstein

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