Baden-Württemberg

Gemeinschaftsschulen: Sinnvoller Schritt der Schulentwicklung

Die Bildungsgewerkschaft GEW verlangt von der Landesregierung eine stärkere Unterstützung für die Weiterentwicklung aller Schulen und Schularten, auch der Gemeinschaftsschulen. "Gute Bildungspolitik verträgt keinen Stillstand. Die Expertise Gemeinschaftsschule unterstreicht, dass nicht nur die neuen Gemeinschaftsschulen, sondern alle Schularten mehr Unterstützung für die Schulentwicklung benötigen. Ein Blick auf die bestehenden Gemeinschaftsschulen zeigt, dass die Umsetzung der pädagogischen Konzepte und der Aufbau des Ganztagsbetriebs sehr aufwendig sind und diese bisher unzureichend unterstützt werden", sagte am Freitag (08.03.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bei der Vorstellung der "Expertise Gemeinschaftsschule".

08.03.2013 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Prof. Dr. Thorsten Bohl von der Universität Tübingen nannte die Einführung der Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg einen sinnvollen Schritt und verlangte für die weiteren Antragsrunden zur Gemeinschaftsschule klare Strukturvorgaben, Rahmenbedingungen und Zeitvorgaben für die kommunale Bildungsplanung. "Bis jetzt ist kaum erkennbar, wie kommunale Akteure und Akteure der Schulverwaltung gemeinsam nach den besten Lösungen suchen, in die sowohl langfristige regionale Schulentwicklungsplanungen als auch die pädagogische und didaktische Situation der Einzelschule integriert sind", sagte Bohl, der am Tübinger Institut für Erziehungswissenschaft die Abteilung Schulpädagogik leitet.

Mit der "Expertise Gemeinschaftsschule. Forschungsergebnisse und Handlungsempfehlungen für Baden-Württemberg" liegt nicht nur für Baden-Württemberg, sondern auch erstmals für ganz Deutschland eine umfassende Studie vor, in der 19 Expert/innen aus unterschiedlichen Fachrichtungen beschreiben, wie eine Schule des gemeinsamen Lernens arbeiten kann und mit welchen Schwierigkeiten sie sich auseinandersetzen muss.

Landesweite Tagung Gemeinschaftsschule am 26.04., Filderhalle: Großes Interesse bei den Kommunen

Die Expertise soll den Entscheidungsträgern auf allen Ebenen, vor allem aber den Lehrerinnen und Lehrern eine fundierte Hilfestellung bei den vielfältigen pädagogischen und organisatorischen Aufgaben bei der Gestaltung einer Gemeinschaftsschule geben und liefert auch wertvolle Hinweise für die Veränderung des Lernens in allen Schularten. Das Interesse an der Expertise in den Kommunen ist groß: Zu einer landesweiten Tagung zur Umsetzung der Ergebnisse am 26. April 2013 haben sich bereits zahlreiche Bürgermeister angemeldet. Auch Kultusminister Andreas Stoch (SPD) wird erwartet.

Die GEW macht sich dafür stark, dass strukturelle Unsicherheiten beseitigt werden. "Die Gemeinschaftsschulen brauchen mehr Zeit für die Entwicklungsarbeit, Zuarbeit aus dem Kultusministerium und professionelle Begleitung. Es darf nicht sein, dass Gemeinschaftsschule vielfach neu erfunden wird", betonte Moritz.

Doro Moritz begrüßt die Ankündigung von Kultusminister Andreas Stoch, dass die regionale Schulentwicklungsplanung schnell vorangetrieben wird. "Die Gemeinschaftsschule wird sich nur durchsetzen, wenn die Landesregierung für die Schullandschaft klare Vorgaben macht und die Schulentwicklungsplanung mit eindeutigen Kriterien für alle Regionen und alle Schularten zukunftsfähige Lösungen schafft. Das ist im Interesse der Lehrkräfte und der Schulträger dringend nötig", sagte Moritz.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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