Baden-Württemberg

Gemeinschaftsschulen stoßen auf große Akzeptanz

Lehrer/innen, Gemeinderäte, Bürgermeister und Bildungspolitiker wollen die Gemeinschaftsschule: Zur landesweiten Fachtagung der Bildungsgewerkschaft GEW in Leinfelden am Freitag (26.04.) kamen 600 statt der erwarteten 250 Teilnehmer/innen aus ganz Baden-Württemberg.

26.04.2013 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

"Gute Bildungspolitik verträgt keinen Stillstand. Die Expertise Gemeinschaftsschule unterstreicht, dass nicht nur die neuen Gemeinschaftsschulen, sondern alle Schularten mehr Unterstützung für die Schulentwicklung benötigen. Ein Blick auf die Gemeinschaftsschulen zeigt, dass die Umsetzung der pädagogischen Konzepte und der Aufbau des Ganztagsbetriebs aufwendig sind und diese bisher unzureichend unterstützt werden. Die regionale Schulentwicklungsplanung und klare Bedingungen für die einzelnen Schulen sind Voraussetzungen für einen stabilen Aufbau und Akzeptanz der Gemeinschaftsschulen", sagte am Freitag (26.04.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Kultusminister Andreas Stoch (SPD) sagte bei der Tagung, mehr Bildungsgerechtigkeit und das wohnortnahe Angebot aller Schulabschlüsse seien zwei wichtige Ziele der Landesregierung. Mit der Gemeinschaftsschule könnten beide Ziele erreicht werden. Er appellierte, die Debatte nicht mit Schlagworten zu führen, sondern sich differenziert mit Inhalten zu beschäftigen. "Ich bitte sie, bei dieser wichtigen Weichenstellung gemeinsam die Ärmel hochzukrempeln und den weniger werdenden Kinder hervorragende Zukunftschancen zu bieten", sagte Stoch.

Die GEW verlangt von der Landesregierung eine stärkere Unterstützung für die Weiterentwicklung aller Schulen und Schularten, auch der Gemeinschaftsschulen. Prof. Dr. Thorsten Bohl von der Universität Tübingen nannte die Einführung der Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg einen sinnvollen Schritt und verlangte für die weiteren Antragsrunden zur Gemeinschaftsschule klare Strukturvorgaben, Rahmenbedingungen und Zeitvorgaben für die kommunale Bildungsplanung.

Langfristige regionale Schulentwicklungsplanung

"Bis jetzt ist kaum erkennbar, wie kommunale Akteure und Akteure der Schulverwaltung gemeinsam nach den besten Lösungen suchen, in die sowohl langfristige regionale Schulentwicklungsplanungen als auch die pädagogische und didaktische Situation der Einzelschule integriert sind", sagte Bohl, der am Tübinger Institut für Erziehungswissenschaft die Abteilung Schulpädagogik leitet.

Mit der "Expertise Gemeinschaftsschule. Forschungsergebnisse und Handlungsempfehlungen für Baden-Württemberg" liegt nicht nur für Baden-Württemberg, sondern auch erstmals für ganz Deutschland eine umfassende Studie vor, in der 19 Expert/innen aus unterschiedlichen Fachrichtungen beschreiben, wie eine Schule des gemeinsamen Lernens arbeiten kann und mit welchen Schwierigkeiten sie sich auseinandersetzen muss.

Großes Interesse bei den Kommunen

Die Expertise soll den Entscheidungsträgern auf allen Ebenen, vor allem aber den Lehrerinnen und Lehrern eine fundierte Hilfestellung bei den vielfältigen pädagogischen und organisatorischen Aufgaben bei der Gestaltung einer Gemeinschaftsschule geben und liefert auch wertvolle Hinweise für die Veränderung des Lernens in allen Schularten. Das Interesse an der Expertise in den Kommunen ist groß: An der landesweiten Tagung zur Umsetzung der Ergebnisse am 26. April nehmen auch zahlreiche Bürgermeister und Gemeinderäte teil.

Die GEW macht sich dafür stark, dass strukturelle Unsicherheiten beseitigt werden. "Die Gemeinschaftsschulen brauchen mehr Zeit für die Entwicklungsarbeit, Zuarbeit aus dem Kultusministerium und professionelle Begleitung. Es darf nicht sein, dass Gemeinschaftsschule vielfach neu erfunden wird", betonte Moritz.

Doro Moritz begrüßt die Ankündigung von Kultusminister Andreas Stoch, dass die regionale Schulentwicklungsplanung schnell vorangetrieben wird. "Die Gemeinschaftsschule wird sich nur durchsetzen, wenn die Landesregierung für die Schullandschaft klare Vorgaben macht und die Schulentwicklungsplanung mit eindeutigen Kriterien für alle Regionen und alle Schularten zukunftsfähige Lösungen schafft. Das ist im Interesse der Lehrkräfte und der Schulträger dringend nötig", sagte Moritz.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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