Gesprächsangebote für Schülerinnen und Schüler

Bildungsminister Holger Rupprecht hat vor dem Hintergrund des gestrigen Amoklaufs an einer baden-württembergischen Realschule die Schulen im Land Brandenburg in einem Schreiben aufgefordert, mit den Schülerinnen und Schülern über die Vorfälle zu reden. "Mit Entsetzen, Betroffenheit und Fassungslosigkeit habe ich die Nachricht vom Amoklauf im baden-württembergischen Winnenden zur Kenntnis genommen. Ich glaube, dass das entsetzliche Ereignis auch den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften in unserem Land nahegeht und viele Fragen aufwirft", so Rupprecht. "Deswegen halte ich es für außerordentlich wichtig, dass es Gesprächsangebote und -möglichkeiten an den Schulen gibt."

12.03.2009 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Bislang sei Brandenburg von solchen Gewaltexzessen verschont geblieben, so der Minister. "Wir wissen allerdings, dass es trotz aller Präventionsarbeit an den Schulen keine Garantie dafür gibt, Gewalttaten von unberechenbaren Einzeltätern zu verhindern. Aber wir müssen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass es nicht so weit kommen muss. Dafür bedarf es der Sensibilität aller an Schule Betei-ligten: von Schülern, Lehrkräften und Eltern." Deswegen sei es wichtig, schon frühzeitige Hinweise auf schwerwiegende Probleme oder Abschottungstendenzen von einzelnen Schülern Ernst zu nehmen und Hilfe anzubieten. Verbale Ausfälle, Bombendrohungen, aggressive Schmierereien, sogenannte Todeslisten oder kör-perliche Attacken seien keinesfalls zu tolerieren, macht Rupprecht deutlich. "Ein auf die Wände einer Schultoilette gekritzelte Ankündigung eines Blutbades ist kein Dummer-Jungen-Streich – es ist eine klare Grenzüberschreitung." Die Sensibilität für den Umgang mit solchen Problemen sei gewachsen. Das zeige der Umgang mit solchen Vorfällen in den vergangenen Jahren. "Schulleiter reagieren selbst bei solchen Vorkommnissen wie Schmierereien und verbalen Drohungen inzwischen meist schnell und ziehen Konsequenzen bis hin zur Strafanzeige."

Im Land Brandenburg gibt es zahlreiche Präventionsmaßnahmen für den Umgang mit Gewalt. Bereits im Jahr 2002 wurde unter dem Eindruck des Amoklaufes an einer Erfurter Schule ein gemeinsamer Erlass des Ministeriums des Innern und des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport zum Ausbau der Partnerschaften von Polizei und Schule veröffentlicht. Mittlerweile unterhält praktisch jede Schule im Land Brandenburg eine enge Kooperation mit dem jeweils für sie zuständigen Schutzbereich. Schulen können außerdem auf Schulpsychologen, spezielle Ange-bote wie Streitschlichter-Programme und außerschulische Partner sowie pädago-gische Materialien – etwa die Broschüren "Prävention im Team" und "Anti-Mobbing-Fibel" – zurückgreifen.

Weitere Informationen dazu gibt es auf dem Bildungsserver Berlin-Brandenburg unter www.bildungsserver.berlin-brandenburg.de


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