Gesundheitsgefährdende Zustände an der Gustav-Falke-Schule?

Dem Landeselternausschuss liegen besorgniserregende Meldungen über starke PCP-Verunreinigungen in der Gustav-Falke Grundschule vor. Nach übereinstimmenden Aussagen von Eltern der Gustav-Falke-Schule wurden sie am vergangenen Montag vom Gesundheitsamt Berlin-Mitte über die gesundheitlichen Risiken in Verbindung mit festgestellten PCP-Belastungen in mehreren Räumen und Bereichen der Schule informiert. Die Kontamination wurde anscheinend nur zufällige bei stichprobenartigen Messungen gefunden.

07.11.2008 Berlin Pressemeldung Landeselternausschuss Berlin (LEA Berlin)

Pentachlorphenol, kurz PCP, ist ein chlorierter, aromatischer Kohlenwasserstoff und stellt ein Derivat des Phenols dar, bei dem alle aromatischen Wasserstoffatome durch Chlor ersetzt sind. PCP kam wegen seiner fungiziden Wirkung vor allem in Holzschutzmitteln zum Einsatz, beispielsweise im Holzschutzmittel Xylamon BV (in Kombination mit Lindan). Nachzuweisen ist es u.a. in Textilien aus Naturfasern und Druckfarben. Die Produktion von PCP wurde aufgrund der ökotoxikologischen Eigenschaften stark eingeschränkt.

Seit Jahren beklagen die Eltern gesundheitliche Probleme ihrer Kinder, deren Ursache wahrscheinlich in der PCP-Belastung der Schulräume liegt. Schüler und Schülerinnen beklagten immer wieder PCP-typische Symptome wie Husten, Asthmaanfälle, gerötete und schmerzende bzw. juckende sowie tränende Augen, verstopfte Nasen und dergleichen. Auffällig war auch, dass die Beschwerden vor allem während des Schulbesuchs auftraten. Nach Aussagen von Eltern haben mehrere Kinder die Schule aus gesundheitlichen Gründen gewechselt. Die gesundheitlichen Probleme klangen nach dem Schulwechsel ab. Dem Landeselternausschuss liegen weiterhin Informationen vor, dass mindestens drei Lehrer ebenfalls unter den genannten Symptomen leiden und deshalb in ärztlicher Behandlung sind.

Inzwischen wurde zwar in einigen Räumen der Schule eine Reinigung vorgenommen, die Forderungen der Eltern nach einer intensiven Untersuchung aller Räume der Schule, sowie eine vollständige Sanierung der mit PCP kontaminierten Bereiche wurden aber nach Angaben der Eltern vonseiten des Bezirksamtes Berlin-Mitte mit Hinweis auf leeren Haushaltskassen abgelehnt.

Bemängelt wird seitens der Eltern auch, dass es keine oder kaum eine Unterstützung durch die Schulleitung gibt, obwohl die Fürsorgepflicht der Schulleitung nicht nur gegenüber den Kindern sondern auch gegenüber den Lehrerkräften


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