GEW: Gute Ganztagsschulen brauchen mehr Lehrerstellen

"Die Mittel für Hausaufgabenbetreuung sind ein erster kleiner Schritt zur Entlastung von Schülerinnen und Schülern, aber von einer mutigen Bildungspolitik ist die Landesregierung weit entfernt. Wer will, dass Gymnasien und andere Schulen gute Ganztagsschulen werden, muss klotzen statt kleckern und mehr investieren statt nur Poolstunden umzuschichten", sagte am Dienstag (24.06.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW.

24.06.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die GEW erwartet vom Kultusministerium, dass die Hausaufgabenbetreuung von pädagogischen Profis übernommen wird. "Die Erfahrungen in den Schülerhorten sollten genutzt werden. Dort sind in der Regel Erziehrinnen für die Begleitung der Kinder und Jugendlichen verantwortlich", so Moritz.

Beim Ausbau von Ganztagsschulen sollen laut Kultusminister Helmut Rau Gymnasien eine zusätzliche Lehrerwochenstunde pro Klasse erhalten. "Das ist ein Armutszeugnis. Gute Ganztagsschulen müssen Bildung von morgens bis zum Nachmittag bieten. Alle Experten wissen, dass die Schulen dafür mindestens 7-10 zusätzliche Lehrerwochenstunden pro Klasse brauchen", so Moritz.

Die GEW schlägt unter anderem vor, bis 2013 alle Gymnasien zu echten Ganztagsschulen auszubauen. "Wenn jedes Jahr 50 Gymnasien Ganztagsschulen werden, gibt es in sechs Jahren in Baden-Württemberg keine Kinder mehr, die nach dem Unterricht mit Hausaufgaben nach Hause kommen", sagte Moritz.

In Baden-Württemberg gibt es 377 öffentliche Gymnasien, davon sind nur 64 Ganztagsschulen. Von den 59 privaten Gymnasien sind mit 36 mehr als die Hälfte Ganztagsschulen.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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