GEW Hessen: Lehrkräfte haben wichtigere Aufgaben, als die Propaganda der Kultusministerin zu verteilen

Staatssekretär Joachim Jacobi könnte durchaus den Elternbrief von Frau Wolff selbst meinen, wenn er in seinem Anschreiben an die Schulleitungen, in dem er diese bittet, den Elternbrief von Ministerin Wolff verteilen zu lassen, von "gezielten Falschinformationen" spricht.

17.05.2006 Hessen Pressemeldung GEW Hessen

"Hierin wird erneut die Realität in den Schulen schönfärberisch dargestellt und den Eltern werden zum wiederholten Male Versprechungen gemacht, die die Ministerin nicht einhalten kann," erklärte der Vorsitzende der GEW Hessen, Jochen Nagel. "Das reicht von der Behauptung, dass es heute ´ausreichend Lehrkräfte an den Schulen´ gäbe und geht bis zu dem Versprechen an die Eltern, sich im Rahmen von ´Unterrichtsgarantie Plus´ darauf verlassen zu können, ´dass ihr Kind während dieser Zeit qualifiziert unterrichtet wird. Versprechungen im übrigen, für die dann anschließend die Schulleitungen verantwortlich gemacht werden sollen", so Nagel weiter.

Geradezu trotzig wolle man im Ministerium offenkundig die breite Kritik von allen an Schule Beteiligten an diesem Programm nicht zur Kenntnis nehmen. Und in fataler Weise erinnere die gesamte Diktion an die Garde jener Politikerinnen und Politiker, die immer der Auffassung waren und sind, dass Volk habe nicht verstanden und durch ständige Wiederholung ihrer Sicht der Dinge versuchen, Realität zu erzeugen. Dies werde aber auch im Jahr nach dem Hans-Christian- Andersen nicht gelingen, da die Wirklichkeit anders sei und die Betroffenen dies sehr wohl erkennen würden. "Sie erkennen, dass Schülerinnen und Schüler zum Experimentierfeld einer offenkundig am bevorstehenden Wahlkampf ausgerichteten Propaganda gemacht werden sollen", kritisiert der GEW-Landesvorsitzende.

"Gerade auch im Interesse der Schülerinnen und Schüler werden wir uns, als die bei weitem größte hessische Organisation professioneller Kräfte im Bildungsbereich, gemeinsam mit Eltern und Schülerinnen und Schülern weiterhin gegen alle Maßnahmen zur Deprofessionalisierung und Dequalifizierung von Unterrichtsarbeit zur Wehr setzen. Unsere Schülerinnen und Schüler haben besseres verdient. Anstatt Geld für Propaganda in Form dieser Elternbriefe auszugeben, sollte es besser für die Sicherung und Weiterentwicklung von Professionalität und Qualität ausgegeben werden", so Nagel abschließend.

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