GEW-Landesvorstand kritisiert neues Schulgesetz und benennt Schwerpunkte der Schulentwicklung

Der Landesvorstand der GEW Bremen hat am 28.01.09 einstimmig seine Stellungnahme zum Entwurf des neuen Schulgesetzes verabschiedet. Nach Auffassung der GEW hat die rot/grüne Koalition die Chance einer vorwärts weisenden Schulreform im Lande Bremen vertan. Die Trennung der SchülerInnen nach der 4. Klasse wird nicht aufgehoben, sondern in die Zukunft verlängert.

29.01.2009 Bremen Pressemeldung GEW Bremen

In der Stadtgemeinde Bremen sollen ca. 20% der SchülerInnen für das Gymnasium ausgelesen werden. Damit wird die leistungsmäßige und soziale Durchmischung der künftigen Oberschulen erheblich eingeschränkt. Gleichzeitig wird die Gesamtschule, die bisher den Anspruch realisierte, Modell für die Integration aller SchülerInnen bis zur 10. Klasse zu sein, als eigenständige Schulform abgeschafft. Die einzige flächendeckend integrierte Schule bleibt die Grundschule. Ihre Arbeit wird jedoch durch die Aufgabe beeinträchtigt, in Zukunft die Auslese für das Gymnasium vorzubereiten.

Das 2-Säulen-Modell wird in die Sekundarstufe II verlängert. Neben den Gymnasien bekommen einige Oberschulen eigene Oberstufen. Dadurch werden Schulen ohne Oberstufe benachteiligt und Oberstufenzentren geschwächt.

Da die Probleme der Schulen bestehen bleiben, wird die GEW weiter am Konzept eines einheitlichen, demokratischen Bildungswesens arbeiten und hierfür Bündnispartner suchen. Zum anderen fordert die GEW konkrete Maßnahmen, die mehr Bildungsgerechtigkeit bewirken. Vordringlich sind der Ausbau von Fördermaßnahmen und Doppelbesetzungen in Kitas und Grundschulen, Gesamtschulstandards für die neuen Oberschulen mit niedrigeren Klassenfrequenzen, Ausbau von Fördermaßnahmen für Migrantenkinder von der Kita bis zur Sekundarstufe II, Unterstützung der Gymnasien für soziale Integration und Unterricht in leistungsgemischten Klassen (Binnendifferenzierung), Integration der SchülerInnen von Förderzentren an allen Schulen mit zusätzlichen LehrerInnen, bessere Ausstattung der Ganztagsschulen und der Schulen in sozialen Brennpunkten.

Um diese Maßnahmen durchzuführen, brauchen die Schulen mehr Personal. Der Stellenabbau ist zu beenden. Angesichts des bevorstehenden LehrerInnenmangels müssen Lehrkräfte für alle Schulstufen so früh wie möglich eingestellt werden. Wer durchgreifende Bildungsreformen will, wird um eine erhebliche Aufstockung des Bildungshaushalts nicht umhin kommen. Priorität bei Investitionen in das Bildungssystem müssen die Förderung im Elementar- und Primarbereich, die Schulentwicklung in der Sekundarstufe I, die Migrantenförderung und Behindertenintegration haben. Kostspielige und schulpolitisch unsinnige Umorganisationen der Sekundarstufe II sind dagegen abzulehnen.

Ansprechpartner

GEW Bremen

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