Lehrkräfte

GEW mahnt angesichts unbesetzter Stellen Ausbau der Ausbildung an

Nach den gestern veröffentlichten Zahlen des Kultusministeriums konnte etwa ein Drittel der ausgeschriebenen unbefristeten Stellen für das zweite Schulhalbjahr nicht besetzt werden. Die GEW Sachsen-Anhalt schlägt deshalb einen schnellen Ausbau der Lehrerbildung sowie eine Abkehr von zu spezifischen Stellenausschreibungen vor.

13.01.2016 Sachsen-Anhalt Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt

Das Ministerium spricht von gut 200 Einstellungen insgesamt. Zieht man davon die 20 befristeten Stellen für Sprachlehrkräfte ab, wurde das Ziel von knapp 280 unbefristeten Neueinstellungen deutlich verfehlt. Dazu sagte der Landesvorsitzende der GEW, Thomas Lippmann, gestern in Halle: "Die Lehrkräfte werden an den Schulen mehr als dringend gebraucht. Wenn das Land Nachausschreibungen in einem solchen Umfang durchführen muss, ist ein enormer Handlungsbedarf offensichtlich." Dafür müsse endlich Abstand genommen werden von den zu spezifischen Ausschreibungen. Wenn der Arbeitsmarkt für Lehrkräfte scheinbar leergefegt sei, müsste seitens der Schulbehörden mit mehr Flexibilität und Kreativität bei der Gewinnung neuer Lehrkräfte reagiert werden. Langfristig helfe jedoch nur ein massiver Ausbau der Lehrerausbildung im eigenen Land.

Bei 300 existierenden Sprachklassen und -gruppen seien 150 Lehrkräfte für diese Aufgabe ebenfalls deutlich zu wenig. Auch die zwei Stellen für Schulpsychologen nähmen sich angesichts von über 4.000 Flüchtlingskindern eher wie der berühmte Tropfen auf den heißen Stein aus. "Für eine Jubelmeldung taugt keine der vorgelegten Zahlen", so Lippmann weiter.

Da sowohl die Zahl der aus dem Schuldienst ausscheidenden Lehrkräfte als auch die Schülerzahlen weiter zunehmen werden, führt kein Weg an einem Ausbau der Ausbildungskapazitäten in Sachsen-Anhalt vorbei. Die GEW wird dazu am 23. Februar d.J. ein eigenes Reformkonzept in Halle vorstellen und mit Beteiligten aus Politik und Lehrerbildung diskutieren.

Ansprechpartner

GEW Sachsen-Anhalt

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