Global Union Federation tritt in Berlin zusammen

"Pädagogen – gemeinsam für eine Bildung von hoher Qualität und sozialer Gerechtigkeit" – Unter diesem Motto werden über 1.500 Lehrergewerkschafter aus allen Teilen der Welt vom 22. - 26. Juli 2007 in Berlin zum 5. Weltkongress der Bildungsinternationale (BI) zusammenkommen.

26.03.2007 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)

Mit 30 Millionen durch die Global Union Federation, die Globale Gewerkschaftsföderation, vertretene Pädagogen und Beschäftigte des Bildungsbereichs in über 160 Ländern und Gebieten der Welt ist BI eine der größten Arbeitnehmerorganisationen weltweit. Der Verband arbeitet mit über 380, ihm angeschlossenen Organisationen weltweit zusammen, um sich für eine hochwertige öffentliche Bildung für jedes Kind, angemessene Arbeitsbedingungen in jeder Schule und die Achtung der Rechte sowohl der Lehrenden als auch der Lernenden einzusetzen.

" Wir von der BI haben die feste Überzeugung, dass jedes Kind ein naturgegebenes Recht auf eine Bildung von hoher Qualität hat – ungeachtet des Geschlechts, der Hautfarbe, der Sprache, der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion, der Fähigkeiten oder einer Behinderung", erklärte BI-Präsident Thulas Nxesi aus Südafrika. "Aus diesem Grunde fordern wir weltweit die Regierungen auf, in starke und solide öffentliche Bildungssysteme zu investieren, um den Bedürfnissen eines jeden Schülers gerecht zu werden."

BI setzt sich auch für die Menschen- und Gewerkschaftsrechte von Pädagogen ein. "Hier in Deutschland haben Lehrer das Recht, sich ungehindert in demokratischen Gewerkschaften zu organisieren, die heute hier vertreten werden", erklärte BI-Generalsekretär Fred van Leeuwen. "Doch in vielen anderen Ländern bedeutet die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft, sein Leben aufs Spiel zu setzen. Die BI setzt sich dafür ein, die Rechte derer zu verteidigen, die bereit sind, alles zu geben, um Bildung an die nächste Generation weiterzugeben".

Sowohl Nxesi als auch van Leeuwen erklärten, sie freuten sich sehr, nach Berlin zu kommen, wo Pädagogen aus aller Welt Gelegenheit haben werden, ihre Erfahrungen kulturübergreifend auszutauschen und voneinander zu lernen.

"Deutschland braucht eine Kurskorrektur: Wir müssen uns endlich ernsthaft auf den Weg zu der ´einen Schule für alle Kinder´ machen. Wir brauchen ein integriertes, inklusives Schulsystem, das alle Kinder mitnimmt und individuell fördert", sagte Ulrich Thöne, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). "Das vielgliedrige, auf frühe Auslese der Kinder ausgerichtete Schulsystem ist unser Kardinalproblem. In der vergangenen Woche hat UN-Menschen­rechtsinspektor Vernor Munoz Deutschland zu Recht für die Diskriminierung von Kindern aus sozial schwachen und Migrantenfamilien sowie die Ausgrenzung von Kindern mit Behinderungen gerügt – und die wissenschaftliche Untersuchung des Zusammenhangs von Benachteiligung und selektivem deutschen Schulsystem angeregt. Das Beispiel zeigt: Die ´Globale Bildungskampagne´ ist nicht nur ein Thema in Ländern der sog. Dritten Welt – gerade wenn es um die Verwirklichung des Menschenrechts auf Bildung geht, muss auch Deutschland vor der eigenen Haustür kehren," sagte Ulrich Thöne.

Den Weltlehrerkongress im kommenden Juli in Berlin bewertet der Verband Bildung und Erziehung (VBE) als "Weltmeisterschaft der Lehrerinnen und Lehrer" – in bewusster Analogie zur Fußballweltmeisterschaft 2006. Der Verband bereitet das internationale Großereignis unter dem Slogan vor: Pädagoginnen und Pädagogen der Welt zu Gast bei Freunden. "Der VBE wird sich auf dem Kongress für ein weltweites Aktionsprogramm zur Stärkung von Bildung und Erziehung einsetzen", betonte VBE-Bundesvorsitzender Ludwig Eckinger heute vor der Presse in Berlin.

"Bildung und Erziehung ist ein Schlüssel zur Lösung sozialer Probleme. Das gilt ebenso für Deutschland." Die Entscheidung für den Weltlehrerkongress in Berlin sei eine kräftige Unterstützung der deutschen Lehrerbewegung. "Der Kongress wird wichtige Impulse für Bildungsgerechtigkeit und für eine höhere gesellschaftliche Anerkennung des Lehrerberufes setzen", sagte Ludwig Eckinger. Der VBE wird acht Delegierte und 53 Beobachter zum Kongress entsenden.

"Die berufliche Bildung muss eine zentrale Säule des Bildungswesens aller Nationen sein. Dies ist ein entscheidender Beitrag zur Stärkung der Wirtschaftssysteme, zur Beschäftigungsfähigkeit und zum Gesamtbildungsniveau", so der Bundesvorsitzende des Bundesverbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS) in Deutschland, Berthold Gehlert.

Um diesen Anspruch gerecht zu werden, muss die gesellschaftliche Anerkennung der Lehrkräfte im beruflichen Schulwesen mit großem Nachdruck eingefordert werden. Ausbildung und Qualifikation der Lehrkräfte für den beruflichen Bereich müssen darauf vorbereiten, in technischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen fachlich hoch kompetent unterrichten zu können. Zugleich müssen die Lehrkräfte neben dem differenzierten Erwerb von qualifizierten Berufsabschlüssen auf unterschiedlichen Stufen auch höhere Bildungsabschlüsse vermitteln können. Da diese Ziele international häufig noch nicht einmal in Ansätzen erreicht sind, werden BLBS und die französische Gewerkschaft SNETAA auf dem Weltlehrerkongress eine entsprechende Resolution gemeinsam einbringen.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:

Nancy Knickerbocker , EI Communications Coordinator,

Berthold Gehlert , BLBS Bundesvorsitzender,

Ulf Rödde , GEW Pressesprecher,

Mira Futász , VBE Pressereferentin,

Um mehr über Education International zu erfahren, besuchen Sie unsere Webseite : www.ei-ie.org

Informationen über den 5. Weltkongress auf Deutsch finden Sie unter: www.ei-ie.org/congress5/de/index.php


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