GEW Baden-Württemberg

Grün-Rot will Lehrermangel verschärfen

"Mit einer weiteren Absenkung der Eingangsbesoldung für neue Lehrerinnen und Lehrer würde die grün-rote Landesregierung eine verfehlte schwarz-gelbe Bildungspolitik fortsetzen und den Lehrermangel an vielen Schulen verschärfen", sagte am Donnerstag (05.07.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zu den Sparplänen der Landesregierung.

05.07.2012 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

"Für die anstehenden Reformen brauchen die Lehrkräfte mehr Unterstützung. Es gibt nicht genug Geld für Lehrerfortbildung, der Klassenteiler wurde nicht weiter gesenkt. Wenn Kretschmann und Schmid den jungen Lehrkräften ab 2013 das Gehalt kürzen wollen, geben sie das Signal, dass ihnen die Arbeit der pädagogischen Profis weniger wert ist. Viele gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer werden deshalb in anderen Bundesländern oder der Schweiz auf die Stellensuche gehen", sagte Moritz.

Die Landesregierung plant, Lehrer/innen in den ersten drei Berufsjahren jeweils eine Besoldungsstufe niedriger einzugruppieren. Damit würden sie bis zu 5.000 Euro pro Jahr weniger verdienen. CDU und FDP hatten bereits 2008 diese Eingangsbesoldung um 4 Prozent gekürzt.

"Für unseren Lehrernachwuchs wurde zuerst das Referendariat verkürzt, nach ihrer Prüfung werden sie arbeitslos in die Sommerferien geschickt und müssen Hartz IV beantragen, um dann im September für weniger Geld als bisher Höchstleistung in den vollen Klassenzimmern zu bringen. So darf kein Arbeitgeber, der anspruchsvolle Reformen plant, mit seinem qualifizierten Nachwuchs umspringen", sagte Moritz.

Die GEW erwartet Signale von der Landesregierung, dass sie sich für die Interessen der Beschäftigten und einen leistungsfähigen öffentlichen Dienst einsetzt. Dazu gehören die Reduzierung der befristet Beschäftigten an Hochschulen und Schulen sowie der Verzicht auf strukturelle Eingriffe in Besoldung, Versorgung und Beihilfe.

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