Grundschulempfehlung abschaffen

"Der Eiertanz um die Grundschulempfehlung für die geplante Werkrealschule zeigt, dass das ganze Paket der Landesregierung bildungspolitische Stümperei ist. Statt mutige Reformen zu starten, machen CDU und FDP Flickschusterei an schlechten Strukturen. Leidtragende sind die Kinder", sagte am Freitag (16.01.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

16.01.2009 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die Landesregierung will offenbar trotz der von ihr angekündigten Ausweitung der Werkrealschule in der Grundschulempfehlung schwächere Kinder weiter für die Hauptschule vorschlagen. Die Grundschulempfehlungen werden im März an die Kinder der vierten Klasse verteilt. "Demnächst beginnen dort die Lehrerinnen und Lehrer die Elterngespräche, ohne zu wissen, welche Bildungswege den Kindern offen stehen. Es ist peinlich für die baden-württembergische Bildungspolitik, wenn die pädagogischen Profis an den Schulen sich bei der Beratung von Eltern auf widersprüchliche Meldungen in den Medien verlassen müssen", so Moritz.

Die Bildungsgewerkschaft GEW hält die Grundschulempfehlung für unnötig. "Die Grundschulempfehlung sollte abgeschafft und stattdessen die individuelle Förderung der Kinder in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen ausgebaut werden", sagte Moritz.

Moritz lobte die gute Arbeit der Lehrer/innen an den 2.400 Grundschulen in Baden-Württemberg und der Erzieher/innen in den 7.600 Kindertageseinrichtungen. "Sie zeigen, dass Lernen in heterogenen Gruppen erfolgreich und es längst überfällig ist, dass Kinder nicht mehr mit zehn Jahren auf verschiedene Schularten verteilt werden", so Moritz.

Werkrealschulen gibt es in Baden-Württemberg bereits seit 15 Jahren. Ihr Abschluss gilt als gleichwertig zum Realschulabschluss, er wird aber von Arbeitgebern schlechter akzeptiert als die Mittlere Reife an Realschulen.

Infos im Internet: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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