Gute Bildungschancen für alle: Kultusministerkonferenz setzt sich für Qualitätsförderung und Qualitätssicherung in der schulischen Bildung von Kindern beruflich Reisender ein

In einer gemeinsamen Konferenz zum Thema "Unterricht für Kinder von beruflich Reisenden" am 18. und 19.01.2012 in Vechta tauschte sich die Kultusministerkonferenz mit Verbands- und Elternvertretern beruflich Reisender über die Schul- und Unterstützungsmaßnahmen in den Ländern für diese Zielgruppe aus.

19.01.2012 Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder

Im Mittelpunkt der Konferenz standen die Erörterung eines länderübergreifenden Konzepts zur Weiterentwicklung der schulischen Bildung, die Fortentwicklung des bestehenden und die Einführung eines digitalen Schultagebuchs, mit dem der aktuelle Lernstand dokumentiert wird. Darüber hinaus erörterten die Teilnehmer Möglichkeiten zur kontinuierlichen Betreuung reisender Kinder sowie Beschulungs- und Betreuungsmöglichkeiten im Ausland. Weitere Themen waren die frühkindliche Förderung sowie die Auswirkungen des Ganztagsunterrichts.

Einige tausend Kinder und Jugendliche in Deutschland wechseln z.T. wöchentlich die Schule, weil ihre Eltern als beruflich Reisende unterwegs sind: als Schausteller, Puppenspieler, Marktbeschicker oder Artisten im Circus. Der Bildungsweg dieser Kinder ist zudem bestimmt durch häufige Übergänge von einem Bundesland zum anderen, nicht selten auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. Diese besondere Situation erfordert abgestimmte Unterstützungssysteme, um die speziellen Lernbedingungen der Kinder und Jugendlichen zu berücksichtigen, ihnen einen Schulabschluss zu ermöglichen und so einen erfolgreichen Übergang in den Beruf zu gewährleisten. Deshalb arbeitet die Kultusministerkonferenz eng mit den Verbänden und Elternvertretern dieser Berufsgruppen zusammen. Einmal jährlich findet dazu parallel zum Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes eine gemeinsame Konferenz statt.

Teilnehmer sind die Referentinnen und Referenten der Länder für Fragen des Unterrichts für Kinder von beruflich Reisenden, Vertreter der Schule für Circuskinder in Nordrhein-Westfalen sowie der Schule für Kinder beruflich Reisender in Hessen, der Verbände und Eltern sowie Bereichslehrkräfte, die die Kinder während der Reise unterstützen.

Die Länder haben bereits in der Vergangenheit vielfältige Maßnahmen ergriffen, um die Lernbedingungen reisender Kinder zu verbessern und ihnen einen Schulabschluss zu ermöglichen. Grundlage für die aktuelle Weiterentwicklung des Schultagebuchs ist beispielsweise der Beschluss der Kultusministerkonferenz, den Lernweg und Lernstand der Kinder nachvollziehbar festzuhalten. Dies ermöglicht den Lehrkräften an den wechselnden Lernorten, anhand von individuellen Lernplänen passgenauen Unterricht zu gewährleisten. Die zuständigen Institutionen, die Ansprechpartner in den Ländern, das Schultagebuch, die Handreichung "Leben und Lernen auf der Reise" sowie die pädagogischen Konzepte sind auf der länderübergreifenden Homepage www.schule-unterwegs.de zu finden.


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