Gymnasien müssen echte Ganztagsschulen werden

Die Bildungsgewerkschaft GEW bezeichnet die Vorschläge der Landesregierung zur Reform des achtjährigen Gymnasiums als "enttäuschend" und schlägt vor, bis 2013 alle Gymnasien zu echten Ganztagsschulen auszubauen. "Wer 100 Millionen Euro für den Straßenbau ausgibt und den Stuttgarter Hauptbahnhof in die Erde legen kann, der muss auch mehr Geld für die Schulen im Land übrig haben. Wenn jedes Jahr 50 Gymnasien Ganztagsschulen werden, gibt es in sechs Jahren in Baden-Württemberg keine Kinder mehr, die nach dem Unterricht mit Hausaufgaben nach Hause kommen", sagte am Dienstag (12.02.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

12.02.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg gibt es 377 öffentliche Gymnasien, davon sind nur 64 Ganztagsschulen. Von den 59 privaten Gymnasien sind mit 36 mehr als die Hälfte Ganztagsschulen.

"Die Elternproteste gegen das G8 sind berechtigt. Die Kinder sind überlastet, weil im achtjährigen Gymnasium die traditionelle Halbtagsschule ohne Konzept nach hinten verlängert wurde. Eine verkürzte gymnasiale Schulzeit ist ohne Schaden für die Kinder nur denkbar, wenn sie mit einer echten Reform des Lernens verbunden ist. Kinder und Jugendliche brauchen zusätzliche professionelle Betreuung, Angebote für Ausgleichs- und Kreativitätsaktivitäten und einen Unterricht, der stofflich entlastet und altersgerecht auf individuelle Förderung setzt", so Dahlem.

Die GEW lehnt eine Verkürzung der Ferien im Zusammenhang mit der G8-Reform ab. "Wir wissen seit langem, dass wir im Interesse einer sinnvollen Aufteilung des Schuljahres eine grundsätzliche Neuregelung der Ferien brauchen. Mit einer Verkürzung der Ferien lassen sich die Probleme des G8 nicht lösen", sagte Dahlem.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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