Hauptschüler/innen mit schlechten Berufsaussichten

"Unsere Schulstruktur ist nicht nur pädagogisch veraltet, sondern auch Geldverschwendung. Der neue Bildungsbericht zeigt, dass die individuelle Förderung in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen verbessert und die europaweit einmalige frühe Trennung der Kinder nach der vierten Klasse aufgehoben werden muss. Was am Anfang versäumt wurde, können Jugendliche auch durch teure Zusatzkurse und die Angebote der Beruflichen Schulen nicht mehr nachholen", sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW am Donnerstag (12.06.) in Stuttgart.

12.06.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die GEW setzt sich für integrative Schulen ein, in denen die Kinder nicht mit zehn Jahren in verschiedene Schularten aufgeteilt werden. "Die Probleme der Hauptschule sind trotz verschiedener Rettungsprogramme der Landesregierung immer noch ungelöst und die aktuellen Übertrittsquoten zeigen erneut, dass die Hauptschule von Eltern, Schülerinnen, Schülern und den Arbeitgebern nicht mehr akzeptiert wird", so Moritz.

In Deutschland haben bereits zehn Bundesländer die Abschaffung der Hauptschule und die Gründung neuer Schulformen beschlossen. "Baden-Württemberg gehört zu den Ländern, die bisher die Krise unseres Schulsystems ignorieren. Wie weit muss die Übertrittsquote auf die Hauptschule noch sinken, bis die Landesregierung reagiert und eine Diskussion über integrative Schulen zulässt", sagte Moritz.

Moritz gibt aber auch zu bedenken, dass "ein bloßer Wechsel des Türschildes nicht ausreicht. Notwendig ist ein Umdenken in den Köpfen. Schulstruktur und Schulkultur hängen aber eng zusammen."

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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