"Hessische Grundschulen dürfen nicht länger Stiefkind der Bildungsfinanzierung bleiben"

"Die hessischen Grundschulen dürfen nicht länger das Stiefkind der Bildungsfinanzierung bleiben. Nach jahrelangem Stillstand muss es nun endlich zu einer besseren Unterrichtsversorgung unserer jüngsten Schulkinder kommen", so die zusammenfassende Forderung des GEW-Landesvorsitzenden Jochen Nagel anlässlich der Vorstellung eines von der GEW initiierten Offenen Briefes an Kultusminister Banzer.

27.08.2008 Hessen Pressemeldung GEW Hessen

"Über 500 hessische Grundschulleiterinnen und -Leiter haben sich im Verlaufe der Sommerferien der Aktion ´Grundschule stärken! Wann, wenn nicht jetzt! …auf den Anfang kommt es an…´ angeschlossen", so Manfred Schiwy, Grundschulleiter und Mitglied der GEW-Landesfachgruppe Grundschule. Sie fordern - gemeinsam mit den Kollegien und Eltern - :

  • Die durch den Schülerrückgang freiwerdenden Lehrerstellen werden im System der Grundschule belassen und zur Verbesserung des pädagogischen Angebots genutzt!
  • Die Schülerhöchstzahl in den Grundschulklassen wird ab sofort auf 25 Kinder begrenzt! Der "Notparagraph" der Verordnung, der ein Überschreiten der Höchstzahl der Klasse um bis zu drei Kinder ermöglicht, wird ersatzlos gestrichen!
  • Die in der Stundentafel vorgesehenen 2 zusätzlichen Stunden pro Klasse, die für Unterrichtserweiterungen, Förderstunden, Differenzierungsmaßnahmen und Arbeitsgemeinschaften vorgesehen sind, werden sofort und ohne Abstriche zugeteilt!

In ihrem Offenen Brief an Kultusminister Banzer weisen die Grundschulvertreterinnen und -vertreter auf zentrale Probleme hin: "So sehr wir auch begrüßen, dass Sie sich das Leitmotto der erfolgreichen Pisa-Staaten "Keine Schülerin und kein Schüler darf zurückbleiben" zu eigen machen, so dürfen wir Sie daran erinnern, dass diese Verpflichtung ohne zusätzliches Personal und zusätzliche finanzielle Mittel Makulatur bleibt. Nach unserer Erfahrung reicht es eben nicht aus, in Elternbriefen, Verordnungen und Erlassen die gezielte Förderung jedes einzelnen Kindes zu postulieren – gleichzeitig aber nicht die dafür notwendigen zusätzlichen Lehrerstunden zur Verfügung zu stellen; und dies gilt in besonderem Maße für unsere jüngsten Schülerinnen und Schüler an den Grundschulen."

"Im Grundschulbereich stehen ausreichend bestens ausgebildete Lehrkräfte zu Verfügung", berichtet Isabella Brauns, Leiterin einer südhessischen Grundschule. "Sie werden aber nicht zur längst überfälligen Verbesserung der Unterrichtsversorgung eingesetzt, sondern ihre Stellen werden abgebaut und auf andere Schulformen verlagert."

"Das Motto erfolgreicher Bildungsländer ´auf den Anfang kommt es an´ muss endlich auch zum Leitmotiv der hessischen Bildungspolitik werden."

Ansprechpartner

GEW Hessen

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