Digitalisierung

Hohe Erwartungen, wenig Wartung

Lehrerumfrage zur Digitalisierung an Schulen: Es gibt Nachholbedarf bei der Wartung der Systeme und der personellen Ausstattung.

29.11.2018 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)
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An die Schulen werden im Hinblick auf die Digitalisierung hohe Erwartungen gestellt. Eine aktuelle Umfrage, die der Bayerische Philologenverband (bpv) im Vorfeld seiner Hauptversammlung in Deggendorf an den bayerischen Gymnasien durchgeführt hat, zeigt jetzt aber: Die personelle IT-Unterstützung an den Schulen muss ausgebaut werden.

Michael Schwägerl, der Vorsitzende des bpv, fasst die Ergebnisse zusammen: „Die Gymnasien brauchen dringend mehr personelle IT-Unterstützung bei der Wartung und Pflege der digitalen Infrastruktur. Wir wollen, dass jedes bayerische Gymnasium vor Ort eine eigene IT-Fachkraft für solche Aufgaben hat. Nur so kann die Digitalisierung an den Schulen gelingen.“ 

Der Lehrer als Systemadministrator

Die Umfrage unter den Systembetreuern hat ergeben: Bei immer noch 48 Prozent der Gymnasien gibt es kein IT-Personal des Sachaufwandsträgers, das die Schulen bei Wartung und Pflege der digitalen Infrastruktur unterstützt. Zudem geben über 60 Prozent der Befragten an, dass Kollegen aus der Lehrerschaft in IT-Angelegenheiten mithelfen. Jedoch tun das die meisten Unterstützer ohne zusätzliche zeitliche Ressourcen, also gleichsam in ihrer Freizeit. Schwägerl kommentiert: „Und selbst da, wo es seitens der Kommune Personal gibt, ist dieses meist nicht an der Schule präsent. Wenn die Software klemmt oder das W-LAN-Netz zusammengebrochen ist, dauert es vielerorts mehrere Stunden oder sogar Tage, bis Abhilfe geschaffen ist. Das ist Gift für die Akzeptanz digitaler Medien in den Klassenzimmern. Im Rathaus oder dem Finanzamt ist so ein Szenario undenkbar, in den Schulen leider Realität.“

Zeit und Personal fehlen

Als größtes Hemmnis führen die befragten Systembetreuer neben den Problemen mit der digitalen Infrastruktur den Mangel an Zeit an. Diese benötigen sie insbesondere für Fortbildungen und die gestiegenen Anforderungen vor Ort. „Genügend Zeit ist der Schlüssel für eine gelingende Auseinandersetzung mit der Digitalisierung an Schulen. Und Zeit gibt es nur, wenn die personelle Ausstattung stimmt und sich jede Kommune das Personal auch leisten kann. Wir fordern deshalb die kommunalen Spitzenverbände und das Kultusministerium auf, in diesem Punkt bei der Umsetzung des Masterplans BAYERN DIGITAL II endlich zu einer Einigung für ganz Bayern zu kommen. Wir brau¬chen gleichwertige digitale Lehrverhältnisse in Bayern“, schließt Schwägerl ab.

In der Verwaltung ist die Digitalisierung angekommen

Gleichwohl zeigt die Umfrage aber auch: Die Schulen und ihre Lehrer sträuben sich nicht gegen digitale Anwendungen, ganz im Gegenteil: 96 Prozent der Befragten geben an, dass Noten bei ihnen digital verwaltet werden. Oft genutzt werden auch weitere digitale Lösungen, zum Beispiel bei der Absenzenverwaltung oder beim elektronischen Versand von Elternbriefen.


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