Im Kinderland dürfen die Kinder früher nach Hause gehen

"Unsere Schulen brauchen eine größere Lehrerreserve, mehr Stütz- und Förderangebote und endlich eine Abschaffung der skandalösen Praxis, über 1.000 befristet angestellte Lehrerinnen und Lehrer zum Beginn der Sommerferien zu entlassen", sagte am Donnerstag (07.05.) Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) als Reaktion auf die neue Stichprobe zum Unterrichtsausfall.

07.05.2009 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die GEW appelliert an die Landesregierung, kurzfristig weitere Lehrerinnen und Lehrer einzustellen. So werden zum Beispiel Berufliche Schulen und Sonderschulen so schlecht mit Lehrerstellen ausgestattet, dass dort vom ersten Schultag an Unterrichtsstunden ausfallen müssen, auch wenn alle Lehrer/innen zur Verfügung stehen. Baden-Württembergs Schulen bräuchten etwa 6.000 Lehrer/innen für eine ständige Lehrerreserve, damit kein Unterricht mehr ausfällt. Derzeit gibt es dafür 1.250 Lehrkräfte. Außerdem werden jedes Jahr zwischen 1.000 und 2.000 befristet eingestellte Lehrer/innen zu Beginn der Sommerferien entlassen. "Wer kann, wechselt auf feste Lehrerstellen in anderen Bundesländern, im Ausland oder an Privatschulen. Dadurch können vor allem in Mangelfächern oft keine Ersatz-Lehrkräfte gefunden werden, wenn fest angestellte Lehrerinnen und Lehrer länger ausfallen", so Moritz.

Die Bildungsgewerkschaft macht sich für ein sinnvolles Gesamtkonzept Lehrereinstellung stark. "Der zu hohe Unterrichtsausfall ist nur ein Problem von vielen. Wenn die Eltern wüssten, dass ihre Kinder in allen Schularten ausreichend individuell gefördert werden, würden sie es auch eher akzeptieren, wenn aus nachvollziehbaren Gründen und nicht dauerhaft einige Unterrichtsstunden ausfallen", so Moritz.

GEW-Internetportal Unterrichtsversorgung:
www.gew-bw.de/Portal_Unterrichtsversorgung.html

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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