Profilfach

„Informatik, Mathematik, Physik“

Baden-Württemberg: Neues Profilfach „Informatik, Mathematik, Physik“ (IMP) startet zum neuen Schuljahr an 56 allgemein bildenden Gymnasien. Eisenmann: „Mit IMP stärken wir die Naturwissenschaften und bereiten die Schülerinnen und Schüler auf die Herausforderungen einer digitalen Gesellschaft vor.“

14.08.2018 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
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Um in Zukunft den Bedarf an Fachkräften im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) sicherzustellen, setzt die Landesregierung einen bildungspolitischen Schwerpunkt auf der Förderung der MINT-Fächer. Ein Baustein ist dabei der Ausbau des Informatikunterrichts. An den Gymnasien startet im neuen Schuljahr 2018/19 das neue Fach Informatik, Mathematik, Physik (IMP). IMP ermöglicht es Schülerinnen und Schülern im Anschluss an den Aufbaukurs Informatik in Klasse 7, sich vertieft mit Inhalten der Informatik, Mathematik und Physik auseinanderzusetzen.

An 56 Gymnasien in Baden-Württemberg wird vom neuen Schuljahr an dieses neue Fach zum Profil der Schule gehören. Zehn weitere Gymnasien bieten im Rahmen einer Kooperation mit diesen Profilschulen ebenfalls das Fach IMP an. Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann: „Jedes fünfte Gymnasium in Baden-Württembergs startet im neuen Schuljahr mit dem neuen Profilfach. Damit stärken wir die allgemein bildenden Gymnasium in den Naturwissenschaften und bereiten die Schülerinnen und Schüler noch deutlicher auf die Herausforderungen einer digitalen Gesellschaft vor.“

Das vierstündige Profilfach IMP beginnt in Klassenstufe 8 und vereint Fachanteile aus Informatik, Mathematik und Physik. In den drei Schuljahren – von Klassenstufe 8 bis 10 – setzen sich die Schülerinnen und Schüler beispielsweise mit Methoden der Verschlüsselung von Daten auseinander. Einerseits werden die dafür notwendigen mathematischen Grundlagen im Mathematikunterricht behandelt, andererseits einzelne Verschlüsselungsverfahren im Informatikunterricht analysiert. Eisenmann: „Das neue Fach soll eine auf die MINT-Fächer ausgerichtete Berufs- oder Studienwahl der Abiturientinnen und Abiturienten klar unterstützen. Damit tragen wir maßgeblich zur Zukunftsfähigkeit des Industriestandorts Baden-Württemberg bei.“ In der gymnasialen Oberstufe können die Schülerinnen und Schüler dann durch eine entsprechende Schwerpunktsetzung bei der Kurswahl im MINT-Bereich an IMP anknüpfen.

Das neue Profilfach IMP, das alternativ oder ergänzend zu NwT (Naturwissenschaft und Technik) angeboten werden kann, ist Teil des von der Landesregierung im November 2017 beschlossenen Ausbaus des Informatikunterrichts an den weiterführenden Schulen. Der im Schuljahr 2017/18 in Klasse 7 der allgemein bildenden Gymnasien eingeführte Aufbaukurs Informatik wird vom neuen Schuljahr an auf alle weiterführenden Schularten ausgedehnt. Parallel zu IMP an den Gemeinschaftsschulen wird aufbauend an den Haupt-/Werkrealschulen und Realschulen ab dem Schuljahr 2019/20 schrittweise ein neues Wahlfach Informatik eingeführt, das die Schülerinnen und Schüler in den Klassen 8 bis 10 freiwillig zusätzlich belegen können. 

Weitere Informationen:

Schulen, die das Profilfach IMP einführen möchten, müssen zwei Voraussetzungen erfüllen: zum einen muss prognostisch dauerhaft die Mindestschülerzahl von zwölf Schülerinnen und Schülern erreicht werden, zum anderen muss gesichert sein, dass es genügend Lehrerinnen und Lehrer mit den drei Fachanteilen (Informatik, Mathematik, Physik) an der Schule gibt. 

Um die Anzahl der Lehrkräfte, die Informatik im Rahmen von IMP sowie im Wahlfach Informatik unterrichten können, zu erhöhen, wurde ein einjähriges Kontaktstudium konzipiert, das im kommenden Schuljahr an der Universität Konstanz startet. Dieses Kontaktstudium findet im Blended Learning Format (einer Kombination aus Präsenzveranstaltungen und E-Learning) statt und vermittelt Inhalte aus der Informatik, ergänzt um Module aus Mathematik und Physik. Das Kontaktstudium richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer der Haupt- und Werkrealschulen, Realschulen, Gemeinschaftsschulen sowie Gymnasien. Darüber hinaus wird es regionale Fortbildungen zur didaktischen Umsetzung der Unterrichtsinhalte von IMP geben. 

Zum darauf folgenden Schuljahr 2019/20 können auch die Gemeinschaftsschulen nach erfolgreichem Genehmigungsprozess IMP anbieten. Hier gelten die gleichen Voraussetzungen wie für die allgemein bildenden Gymnasien.


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