Modellvorhaben

„Integrierte Berufsorientierung“ gestartet

In Mecklenburg-Vorpommern beteiligen sich 21 Schulen an einem neuen dreijährigen Modellvorhaben zur Studien- und Berufsorientierung. Ziel ist es, den Übergang von der Schule in den Beruf für mehr Schülerinnen und Schüler nahtloser zu gestalten.

17.07.2017 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern
  • © GaudiLab/Shutterstock

Das Modellprojekt „Integrierte Berufsorientierung“ wird von der Bundesregierung, der Landesregierung und der Bundesagentur für Arbeit unterstützt. Die Projektpartner haben im Rahmen der bundesweiten Initiative Bildungsketten eine entsprechende Vereinbarung geschlossen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt aus seinem Berufsorientierungsprogramm (BOP) bis 2020 rund 9 Mio. Euro für Mecklenburg-Vorpommern bereit, davon rund 1,1 Millionen Euro für das Modellvorhaben „Integrierte Berufsorientierung“. Zusätzlich finanziert das BMBF die Potenzialanalyse in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 550.000 € im Rahmen der Berufseinstiegsbegleitung.

Das Modellprojekt ist Bestandteil der Bund-Länder-Vereinbarung Bildungsketten, die von der Bundesregierung, der Landesregierung sowie der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit unterzeichnet worden ist.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka: „Mit der Initiative Bildungsketten wollen wir junge Menschen auf ihrem Weg von der Schule ins Berufsleben oder ins Studium zielgerichtet unterstützen. Potenzialanalysen als Teil der Berufsorientierung sollen frühzeitig und individuell dabei helfen, die Berufswahlkompetenz der Jugendlichen zu fördern. Mecklenburg-Vorpommern nutzt das Berufsorientierungsprogramm, um bei der Studien- und Berufsorientierung eigene Wege zu erproben. Das kommt den Jugendlichen zugute.“

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles: „Ich freue mich sehr, dass mit Mecklenburg-Vorpommern ein weiteres Flächenland mit dabei ist. Unter dem Dach der Initiative Bildungsketten arbeiten wir gemeinsam daran, die Berufsorientierung zu strukturieren und den Übergangsbereich effizienter zu machen. Künftig stimmen Bund und Länder ihre bewährten Instrumente am Übergang von der Schule in den Beruf noch enger ab. Alles mit dem Ziel, möglichst vielen jungen Menschen einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen.

Die beteiligten Schulen erarbeiten in dem Modellvorhaben angepasste Instrumente der Potenzialanalyse. Dieses erste Glied in der Bildungskette dient der Feststellung berufswahlrelevanter Fähigkeiten und Fertigkeiten und soll alle Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 7 bei ihrer beruflichen Orientierung unterstützen. Der Berufswahlpass wird in den kommenden fünf Jahren durch BMBF und Land finanziert. Das Land entwickelt das Fach „Arbeit-Wirtschaft-Technik“ als Leitfach für die Berufs- und Studienorientierung weiter. Der Rahmenplan und die Inhalte sollen sich stärker an den Themenfeldern der beruflichen Bildung orientieren und Fragen der Firmengründung stärker als bisher aufgreifen.

„Die große Zahl an Ausbildungswegen macht es Schülerinnen und Schülern nicht leicht, sich für einen Beruf zu entscheiden. Viele Jugendliche können ihre eigenen Interessen, Neigungen und Begabungen nicht richtig einschätzen“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Mit dem Modellvorhaben wollen wir die Zahl der Jugendlichen, die eine Berufsausbildung beginnen und erfolgreich abschließen, erhöhen. Eine duale Ausbildung kann eine gute Alternative zu einem Studium sein. Dabei ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schülern den Beruf wählen, der am besten zu ihnen passt“, so Hesse.

Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, betonte: „Speziell in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Schere zwischen angebotenen Ausbildungsplätzen und verfügbaren Bewerberinnen und Bewerbern eine zentrale Herausforderung ist, können wir es uns nicht erlauben, auch nur einen Jugendlichen zu ‚verlieren‘. Deshalb ist eine noch intensivere und abgestimmte Berufsorientierung, die praxisnah und frühzeitig an den berufsrelevanten Kompetenzen und Potenzialen der Schülerinnen und Schüler ansetzt, der richtige Weg. Ich bin mir sicher, dass wir so insbesondere die Zahl der Ausbildungsabbrüche aufgrund einer falschen Berufswahl reduzieren können.“

Mit dem Modellvorhaben „Integrierte Berufsbildung“ wollen die Projektpartner erproben, wie bereits bestehende und neue Angebote zur Berufsfindung besser aufeinander abgestimmt werden können. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist die neue Struktur der Berufs- und Studienorientierung, die zum Schuljahr 2017/2018 greifen soll. Grundlage dafür ist das Landeskonzept für den Übergang von der Schule in den Beruf des Bündnisses für Arbeit und Wettbewerbsfähigkeit in Mecklenburg-Vorpommern. Die Aktivitäten des Modellvorhabens werden durch eine Koordinierungsstelle unterstützt, die von Land und BMBF finanziert wird.


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