Jedes dritte Kind im Grundschulalter kann nicht schwimmen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) spricht sich dafür aus, dass jedes Kind in der Grundschule schwimmen lernt. Experten schätzen, dass jedes dritte Kind im Grundschulalter in Deutschland nicht schwimmen kann. Nur noch 17 Prozent der Kinder lernen das Schwimmen in der Schule. "Es darf nicht sein, dass ein Kind während seiner gesamten Schullaufbahn nicht einmal Schwimmunterricht bekommt. Viel zu oft wird die Verantwortung von den Schulen auf die Eltern übertragen. Wenn Mutter und Vater selbst nicht schwimmen können, kein Schwimmbad in der Nähe ist oder die Eintrittspreise zu teuer sind, dann fällt das Schwimmen ganz aus", sagte am Dienstag (13.05.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der GEW.

13.05.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Mit dem Schwimmunterricht kann laut Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) unter anderem erreicht werden, dass die Anzahl von Toten bei Schwimmunfällen zurückgeht. Die Bildungsgewerkschaft ruft die Landesregierung auf, mehr Geld für den Schwimmunterricht zur Verfügung zu stellen. "Es darf weder Ausreden geben, noch gespart werden, wenn es um das Leben von Kindern geht. Alle Schulen müssen Zugang zu Schwimmbädern bekommen. Es wäre zum Beispiel denkbar, dass die Schulen mit Schwimmvereinen kooperieren. Oder dass dort, wo der Weg zum Schwimmbad zu weit ist, der Schwimmunterricht, mehrstündig stattfindet. Nur so kann vermieden werden, dass der Schwimmunterricht weiterhin die Schwachstelle des Sportunterrichts bleibt", sagte Moritz.

Nur gut 60 Prozent der Schüler/innen lernen nach DLRG-Angaben bis zum 8. Lebensjahr das Schwimmen. Schwimmunterricht steht in den Schulen in der Regel ab der 3. Klasse auf dem Lehrplan, dieser ist aber oft zu kurz, damit Nichtschwimmer dort das Schwimmen lernen. Ähnlich wie beim Bildungserfolg hängt in Deutschland auch die Schwimmfähigkeit von der sozialen Herkunft der Eltern ab. Während sich 87 Prozent der Abiturienten als durchschnittliche bis gute Schwimmer bezeichnen, können nur 50 bis 70 Prozent der Jugendlichen mit Hauptschulabschluss schwimmen.

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GEW Baden-Württemberg

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