Schleswig-Holstein

Jetzt steht fest: Bildungsministerium kürzt Schülerinnen und Schülern den Unterricht

Jetzt steht es schwarz auf weiß: Das Bildungsministerium kürzt den Schülerinnen und Schülern zum kommenden Schuljahr den Unterricht. Nachzulesen ist das im so genannten Planstellenzuweisungsverfahren. 365 Stellen werden über alle Schularten verteilt gestrichen. Das sind mehr als rechnerisch dem Schülerrückgang entsprechen. Konsequenz für die Schulen: Weniger Unterricht und größere Klassen.

14.03.2014 Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

"Weniger Unterricht und größere Klassen werden sicherlich nicht zu besseren Schülerleistungen führen. Wenn die Landesregierung ihren Schwerpunkt Bildung wirklich ernst nimmt, muss sie jetzt endlich mit der Politik der Stellenstreichungen aufhören", sagte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Bildungsgewerkschaft GEW am Freitag, 14. März 2014 zu den Plänen des Bildungsministeriums. "Jede weitere Stellenstreichung ist eine zu viel. Jede weitere Stellenstreichung geht ganz klar zu Lasten unserer Kinder und Jugendlichen. Jede weitere Stellenstreichung zementiert den bildungspolitischen Rückstand auf andere Bundesländer." Schon jetzt belege das Land zwischen den Meeren den letzten Platz bei den Bildungsausgaben, wie das Statistische Bundesamt erst gestern wieder festgestellt habe.

Wie wird nun die Situation an den Schulen im Sommer aussehen? An den Gymnasien werden 135 Stellen gestrichen. "Das ist für die Gymnasien bitter. Überproportional sind diese Streichungen nicht. Das Bildungsministerium bemüht sich das Elend gleichmäßig zu verteilen", bemerkte Matthias Heidn mit einem Anflug von Sarkasmus.

Die Gemeinschaftsschulen stellt das Bildungsministerium vor die "Wahl zwischen Pest und Cholera", wie es der GEW-Landesvorsitzende formulierte. Entweder müssen sie den eigentlich vorgesehenen Unterricht kürzen, oder sie können die wegen der heterogenen Schülerschaft dringend notwendigen Differenzierungsstunden nicht erteilen. Für Beides zusammen reichen die zugewiesen Stunden nicht.

Eigentlich sollten an der Gemeinschaftsschule ab Klasse sieben pro Klasse 32 Stunden gegeben werden. Außerdem stehen fünf Differenzierungsstunden pro Klasse zur Verfügung. Jetzt heißt es im Erlass: "...bewegt sich das Volumen einschließlich der vorgesehenen Differenzierungsstunden in einem Bereich von 26 bis 34 Unterrichtsstunden". Im vergangenen Jahr waren das noch 28 bis 35 Stunden. Kürzungen des vorgesehenen Unterrichts sind also unausweichlich.

An den Beruflichen Schulen bleibt die Lage schlecht. Nur um die 90 Prozent des ursprünglich vorgesehenen Unterrichts können dort erteilt werden. Eine minimal erhöhte Zuweisung erhalten die Grundschulen: 0,25 Stunden pro Lerngruppe in der Eingangsphase. Nach Einschätzung der GEW reicht dies aber bei weitem nicht, um die völlig unzureichenden Bedingungen wirksam zu verbessern.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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