Forderung

Junge Lehrkräfte üben scharfe Kritik an der Lehrerbildung in Bayern

Neue Vorsitzende des „Jungen BLLV“, Monika Faltermeier, bezeichnet die Art und Weise der Ausbildung als „veraltet und hinderlich“ und fordert den „Master für alle“.

15.05.2017 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.
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Junge Lehrkräfte im Bayerischen Lehrer-und Lehrerinnenverband (BLLV) organisieren sich neu: Am Wochenende wählten 45 Delegierte in Nürnberg mit klarer Mehrheit Monika Faltermeier, Julia Hanglberger und Thilo Stangl in den Vorstand des „Jungen BLLV“, der sich aus der früheren Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer neu formiert hat. Die Delegierten verabschiedeten zudem einstimmig den Leitantrag „Mut weiterzudenken“, in dem u.a. die an den Universitäten praktizierte Lehrerbildung als „veraltet“ und „hinderlich“ bezeichnet wird. Die Vorsitzende des „Jungen BLLV“, Monika Faltermeier, räumte zwar ein, dass die Lehrerbildung freilich nicht immer auf dem neusten Stand sein könne, „sie muss es uns jungen Lehrerinnen und Lehrern aber ermöglichen, auf Veränderungen angemessen reagieren zu können.” Es dürfe nicht sein, dass sich Lehrkräfte mit Konzepten von gestern und Strukturen von vorgestern ihren Schülerinnen und Schülern stellen müssten. Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, gratulierte dem neuen Vorstand des „Jungen BLLV“: „Ich unterstütze den Leitantrag in jeder Hinsicht und setze auf einen starken und unerschrockenen Nachwuchs im BLLV.“

Der „Junge BLLV“ forderte ein neues Denken in der Lehrerbildung und den Master für alle. „Uns bringen weder eine Reform des Staatsexamens noch des Referendariats wirklich weiter“, erklärte der neue Vorstand übereinstimmend. Die Schulen könnten von den Junglehrern keine innovative Leistungsmessung erwarten, solange die Universitäten an ihrer traditionellen Prüfungskultur festhalten würden. „Veraltete und praxisferne Strukturen bereiten hochmotivierten Studentinnen und Studenten nicht auf die Realität vor, sondern lehren ihnen gerade das, was an modernen Schulen keinen Platz hat.“

Isoliertes Faktenwissen ohne Möglichkeiten der Erprobung führten zu Frustration und Zweifeln und würden den Studierenden die Chance nehmen, im Rahmen ihrer ersten Ausbildungsphase eigene Erfahrungen, Erfolge und Misserfolge zu sammeln, um daraus zu lernen.

„Die Phase des Ausprobierens kann und darf nicht isoliert von der fachlichen Ausbildung sein“, heißt es auch in dem vierseitigen Leitantrag. Er beschäftigt sich auch mit den Themen Digitalisierung, Demokratieerziehung und dem neuen LehrplanPlus.


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