Bayern

Junglehrer dürfen nicht Opfer der Sparpolitik werden

Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ) im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) fordert eine Verbesserung der Einstellungssituation und bessere Arbeitsbedingungen für junge Lehrerinnen und Lehrer an den bayerischen Schulen.

04.11.2010 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ), Evelyn Westphal, fordert angesichts der bevorstehenden Beratungen zum Doppelhaushalt 2011/2012, die Einstellungssituation und Arbeitsbedingungen der bayerischen Junglehrer zu verbessern: "Nicht nur die hohe Zahl arbeitsloser Junglehrer ist alarmierend, auch die Arbeitsbedingungen besonders während der zweiten Ausbildungsphase bedürfen einer Verbesserung." Die finanzielle Lage vieler Lehramtsanwärter und Referendare sei extrem schlecht. "Viele sind oftmals sogar dazu gezwungen, eine Nebentätigkeit aufzunehmen, um Kosten beispielsweise für Umzüge, Miete oder Beschaffung von Unterrichtsmaterialien aufbringen zu können. Es kann nicht sein, dass ein angehender Lehrer sich um zusätzliche Einnahmequellen kümmern muss, um seinen Lebensunterhalt vernünftig bestreiten zu können."

Selbst wenn die zweite Ausbildungsphase abgeschlossen ist, ist das oft nicht das Ende der Sorgen: "Die katastrophalen Einstellungszahlen der vergangenen Jahre, vor allem im Bereich der Grund- und Förderschulen, lassen viele ausgebildete Lehrkräfte auf der Straße stehen. Der steigenden Heterogenität der Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf ihre individuelle Lernbiographie und ihren Sozialisationsprozess kann aber nur durch eine Erhöhung des qualifizierten Fachpersonals an den Schulen angemessen begegnet werden. Deshalb fordern wir weiterhin eine Senkung der Klassengrößen und verstärkte Stundenzuweisungen zur individuellen Förderung", betonte Westphal.

Im September wurden rund zwei Drittel der Lehramtsanwärter für Grundschulen nicht in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen. Einige "Glückliche" dürfen sich mit Angestelltenverträgen in anderen Schularten trösten oder auf eine befristete Einstellung ab November hoffen, wenn die ersten krankheitsbedingten Ausfälle zur Nachbesserung des Personals zwingen.

Die ABJ -Vorsitzende: "Nur wenn die Staatsregierung im Bildungsbereich zeigt, dass ihr die Zukunft der bayerischen Kinder wichtig ist, kann sich auch die Situation der Junglehrer verbessern. Dass gespart werden soll und muss, ist kein Geheimnis. Angesichts der Milliarden von Euro, die zur Rettung der Banken in den vergangenen Jahren aufgewendet wurden, ist aber nur schwer zu verstehen, dass für die Bildung unserer Kinder Einschränkungen gemacht werden."

Daher appellierte Westphal an die verantwortlichen Politiker, "sich nicht nur von wirtschaftlichen Interessen leiten zu lassen, sondern an das Wohl aller Kinder zu denken. Sie sind die Zukunft unseres Landes."


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