Neues Schuljahr

Kein Wort der Bildungsministerin zur Arbeitsbelastung der Lehrkräfte

Schleswig-Holstein: Durchwachsen fiel die Beurteilung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) der gestrigen Pressekonferenz von Bildungsministerin Karin Prien zum Schuljahresbeginn aus.

17.08.2018 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein
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Auf der Habenseite der Ministerin verbuchte die Gewerkschaft die Schaffung neuer Lehrerstellen sowie die geplante Stärkung der politischen Bildung. Im teilweise krassen Soll sieht die GEW die CDU-Politikerin bei den Themen: Arbeitsbelastung der Lehrkräfte, mangelhafte Unterstützung für Schulen mit besonderen Herausforderungen, A13 für Grundschullehrkräfte, Lehrkräftemangel und rückwärtsgewandte Grundschulpädagogik.

„Es überrascht schon sehr, dass für die Ministerin die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte in allen Schularten anscheinend kein Thema ist. Dabei ist eine Reduzierung der Arbeitsbelastung überfällig, zum Beispiel durch die Senkung der Pflichtstunden und Entlastung für die Wahrnehmung von besonderen Aufgaben wie Klassenlehrertätigkeit“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke in Kiel. 

Mehr Nachdruck wünscht sie sich von der Bildungsministerin bei der Bewältigung des Lehrkräftemangels: „Von 320 neuen Grundschulstellen können 40 nicht besetzt werden, von den 192 an Förderzentren zu besetzenden Stellen über ein Viertel nicht. Das nimmt bedenkliche Ausmaße an.“ Schleswig-Holstein habe es wie die anderen Bundesländer in den vergangenen Jahren versäumt, rechtszeitig auf die steigende Schülerzahlen durch Geburtenanstieg und Einwanderung zu reagieren. Nun sei der Mangel da und die Politik müsse sich von Notmaßnahme zu Notmaßnahme hangeln.

Mit der Einstellung von Quer- und Seiteneinsteigern ist es für Astrid Henke aber nicht getan. „Der Beruf der Lehrerin oder des Lehrers muss attraktiver werden. Das Anschalten einer neuen Homepages mit dem schönen Titel „Traumjob Lehrer/-in“ reicht da nicht. Eine schnellere Einführung von A13 für Grundschullehrkräfte scheint da viel erfolgversprechender.“ Die Lehrkräfte an den Schulen, die Nicht-Lehrkräften hilfreich zur Seite stünden, müssten dafür wie bei Lehramtsanwärterinnen und –anwärtern Mentorenstunden erhalten. 

Die Ausrufung eines Jahres der politischen Bildung hält die Gewerkschafterin für eine gute Idee. „Damit die Schulen sie auch erfolgreich umsetzen können, brauchen sie genügend Zeit, um neue Ideen aufzugreifen, zu entwickeln und mit Kooperationspartnern zusammenzuarbeiten. Außerdem müssen die Schülerinnen und Schüler dabei voll mit einbezogen werden. Sonst besteht die Gefahr, dass das Ganze auf eine Alibiveranstaltung hinausläuft.“

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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