Stellungnahme

Kinder sind für Lehrer keine Werkstücke auf dem Fließband!

Deutscher Realschullehrerverband wehrt sich gegen pauschale Verunglimpfung der Arbeit der Lehrkräfte durch OECD- und PISA-Chef Schleicher und stärkt zu Beginn des neuen Jahres Lehrkräften den Rücken.

07.01.2019 Bayern Pressemeldung Bayerischer Realschullehrerverband
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Schülerinnen und Schüler implizit als bloße Werkstücke und Lehrkräfte als Fließbandarbeiter zu bezeichnen, die zwar gut bezahlt würden, aber sich zu wenig für einen guten Unterricht einsetzten, sei schlichtweg falsch und ignorant, äußert sich Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR), zum medialen Rundumschlag des OECD-Bildungsdirektors Andreas Schleicher zum Jahresbeginn.

Der Bundesvorsitzende macht weiter klar, dass Lehrkräfte in einer Welt, die durch immer größere Veränderungen geprägt ist, wertvolle Arbeit im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen leisten. Mit Einsatz, Empathie und fachlichem Vermögen meisterten sie täglich auf hervorragende Weise, die Schülerinnen und Schüler auf ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben vorzubereiten. Durch eine individuelle, bedarfsgerechte und passgenaue Förderung unterstützen sie jedes Talent und gehen auf jeden Einzelnen ein.

„Nicht umsonst gelingt den Schulabgängern in Deutschland im internationalen Vergleich der Wechsel ins Berufsleben am besten. Nicht umsonst haben wir in Deutschland die geringste Jugendarbeitslosigkeit in ganz Europa! Ein Schlechtreden à la OECD hilft weder den Schülern, den Lehrkräften noch der Bildung in unserem Land!“, ist der Verbandschef überzeugt.

Es sei geradezu überheblich und anmaßend, davon auszugehen, dass Lehrkräfte nicht teamfähig seien und als Einzelkämpfer ihr angeblich geringes intellektuelles Wissen für sich behielten, obwohl sie tagtäglich mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, Kolleginnen und Kollegen und dem schulischen Umfeld intensiv zusammenarbeiten. Eine solche eine Einstellung eines „Bildungsexperten“ zeuge nicht gerade von viel Wertschätzung gegenüber einem Berufsstand, der unter zum Teil schwierigsten Rahmenbedingungen, in sozialen Brennpunkten und mit hoher Professionalität beste Arbeit leistet.

Es hätte Deutschland in den letzten Jahren gut getan, in bessere Arbeitsbedingungen an den Schulen und in die Wertschätzung für Lehrkräfte zu investieren, statt in strukturelle Dauerschulreformen.

„Ohne das große Engagement der Mehrheit unserer Lehrkräfte, deren Beruf und vor allem Berufung es ist, die Heranwachsenden auf die Welt von heute und morgen vorzubereiten, wäre Deutschland in seiner gesellschaftlichen Entwicklung und wirtschaftlichen Stärke nicht da, wo es heute ist“, schließt Böhm.


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